Fünf Führungskräfte wegen Insiderhandel bei Schweizer IT-Unternehmen SoftwareOne verhaftet

Ermittler aus Deutschland, der Schweiz und Großbritannien haben fünf Verdächtige wegen Insiderhandels festgenommen.
Am 2. Dezember 2025 durchsuchten Polizeibeamte mehrere Privatwohnungen und Firmenräume des Unternehmens SoftwareOne.
Bei den Razzien wurden entscheidende Informationen über die Verdächtigen und ihre illegalen Aktivitäten gesammelt, mit denen sie von vertraulichen, kursrelevanten Informationen des börsennotierten IT-Unternehmens mit Sitz in der Schweiz profitierten.
Den Verdächtigen, die damals leitende Positionen innehatten, wird vorgeworfen, große Mengen ihrer Unternehmensaktien auf Basis nicht-öffentlicher, vertraulicher Informationen verkauft zu haben.
Laut Eurojust, das den Fall koordinierte, verkauften die fünf Verdächtigen große Aktienpakete, bevor das Unternehmen zwei vorbörsliche Pressemitteilungen veröffentlichte, die den Aktienkurs negativ beeinflussen würden. Durch den rechtzeitigen Verkauf ihrer Aktien vermieden sie vermutlich finanzielle Verluste in Höhe von bis zu 2,6 Millionen Euro.
"Da sich die Verdächtigen und ihre Büros in der Schweiz, Deutschland und dem Vereinigten Königreich befanden, mussten die Behörden eng zusammenarbeiten, um Informationen auszutauschen und Folgemaßnahmen zu organisieren. Durch Eurojust wurde eine schnelle und effiziente Zusammenarbeit erreicht, und es wurde ein Aktionstag organisiert, um Räumlichkeiten zu durchsuchen und Verdächtige zu befragen", heißt es in einer Pressemitteilung von Eurojust, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Die Ermittlungen gegen die Verdächtigen dauern an. Das IT-Unternehmen SoftwareOne selbst ist nicht Teil der Ermittlungen.
Nach dem Schweizer Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG) ist Insiderhandel mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren strafbar. Je nach Schwere, Vorteil und weiteren Umständen können Richter auch Geldstrafen verhängen.
Entdecke mehr exklusive Cybernews-Reportagen auf YouTube.