Polizei fasst mutmaßlichen Betreiber des Darknet-Shops „Crimenetwork“ auf Mallorca


Die erste Abschaltung des Darknet-Marktplatzes im Dezember 2024 war von kurzer Dauer. Wenige Tage später war die Website wieder online. Nun haben deutsche Ermittler den Shop erneut stillgelegt. Der mutmaßliche Betreiber wurde auf Mallorca festgenommen. Zudem wurden Bitcoin im Wert von 314.000 Euro sichergestellt.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, die Zentrale Stelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) und das Bundeskriminalamt (BKA) haben die neu aufgelegte Version des Darknet-Marktplatzes „Crimenetwork“ abgeschaltet.

Eine Spezialeinheit der spanischen Nationalpolizei verhaftete einen 35-jährigen Deutschen an seinem Wohnsitz auf Mallorca, der mutmaßlich als Administrator des illegalen Marktplatzes fungierte. Die Ermittler stellten mehrere Datenträger sowie Bitcoin im Wert von rund 314.000 Euro sicher.

ADVERTISEMENT

Laut den Strafverfolgungsbehörden soll der Verdächtige eine neue technische Infrastruktur aufgebaut haben, um Crimenetwork nur wenige Tage nach der Abschaltung der Vorgängerversion im Dezember 2024 wieder in Betrieb zu nehmen.

jurgita justinasv Izabelė Pukėnaitė vilius Ernestas Naprys Gintaras Radauskas
Lies neue Artikel bei Google News. Füge uns zu deinen bevorzugten Quellen hinzu

Dem Mann wird vorgeworfen, eine kriminelle Handelsplattform betrieben zu haben sowie weitere Straftaten begangen zu haben, darunter den Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Anhängig sind Verfahren zu rund 1.000 Taten mit Geschädigten in Deutschland.

Neben dem 35-jährigen Hauptverdächtigen wurden zwei weitere Personen aus Kaltenkirchen und Unna wegen ihrer Beteiligung am Betrieb der Website festgenommen.

Crimenetwork war seinerzeit einer der größten illegalen Marktplätze in Deutschland. Nach dem Relaunch Ende 2024 bot die Plattform ein breites Spektrum an illegalen Waren und Dienstleistungen an, darunter gestohlene Daten, Drogen und gefälschte Dokumente.

Die neueste Version des Darknet-Marktplatzes zählte über 22.000 Nutzer und mehr als 100 Verkäufer. Käufer konnten ihre Einkäufe mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin und Monero bezahlen. Experten schätzen den Umsatz der Plattform auf mehr als 3,6 Millionen Euro.

Hacker marketplace
Bild: Ground Picture | Shutterstock

„Die Neuauflage von Crimenetwork ist gescheitert und ein weiterer Administrator wird sich vor einem deutschen Gericht verantworten müssen. Auch im Darknet setzen wir gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern geltendes Recht konsequent durch. Cybercrime lohnt sich nicht“, erklärte Carsten Meywirth, Abteilungsleiter Cybercrime beim Bundeskriminalamt (BKA).

ADVERTISEMENT

Im März 2026 verurteilte das Landgericht Gießen den Administrator der ersten Version von Crimenetwork zu sieben Jahren und zehn Monaten Haft. Darüber hinaus ordnete das Gericht die Einziehung von über 10 Millionen Euro an, die er durch kriminelle Aktivitäten erlangt hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Entdecke weitere exklusive Cybernews-Reportagen bei YouTube.