Cyberangriffe bleiben größtes Risiko in G7-Staaten

Cyberangriffe sind zum zweiten Mal in Folge das größte Sicherheitsrisiko in den G7-Staaten, gefolgt von Wirtschafts- und Finanzkrisen sowie Desinformationskampagnen feindlicher Akteure.
Vor der Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlichten die Organisatoren den Munich Security Report 2026 mit dem Titel „Under Destruction“ sowie den Munich Security Index (MSI) 2026, eine gemeinsame Publikation mit der strategischen Kommunikationsagentur Kekst CNC.
Die diesjährige MSI-Ausgabe basiert auf repräsentativen Stichproben von jeweils rund 1.000 Personen aus allen G7- und BRICS-Staaten. Insgesamt wurden 11.099 Personen befragt.
Der Index zeigt, dass die Menschen in den G7-Staaten (Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und die USA) Cyberangriffe als größtes Sicherheitsrisiko des Jahres 2025 einstufen. 2021 belegten Cyberangriffe noch Platz 4, 2022 Platz 7 – in den letzten beiden Jahren dominierten sie die Risikoliste.
Befragte aus Deutschland, Großbritannien und Japan bewerteten Cyberangriffe mit 75 %, 74 % und 70 % als größtes Sicherheitsrisiko.
Zu den fünf wichtigsten Risiken gehören außerdem „Wirtschafts- oder Finanzkrise im eigenen Land“ und „Desinformationskampagnen feindlicher Akteure“, gefolgt von „Extremwetter und Waldbrände“ sowie „wachsende Ungleichheit“.
Die Sorge vor „autonomen Robotern und künstlicher Intelligenz“ ist seit 2021 um 12 Plätze gestiegen und belegt nun Rang 17 in der Gesamtrisikoliste.
„Bei den G7-Ländern haben Umweltrisiken in der Rangliste in den letzten Jahren allmählich an Bedeutung verloren. Stattdessen werden Cyberangriffe, Wirtschafts- oder Finanzkrisen sowie Desinformationskampagnen feindlicher Akteure nun als die größten Risiken in den G7-Staaten eingestuft“, heißt es im Bericht.
Die Länder der BRICS-Gruppe (Brasilien, Indien, China und Südafrika) sehen dagegen den Klimawandel als größtes Risiko, während Cyberangriffe auf Platz 8 abrutschen. Zum Vergleich: Für diese Gruppe belegten Cyberangriffe 2024 noch Platz 4, 2022 Platz 7 und 2021 Platz 8.
In den BRICS-Ländern stieg die Sorge vor autonomen Robotern und künstlicher Intelligenz auf Platz 18, gegenüber Platz 23 im Jahr 2021.
Obwohl die Mehrheit der Länder die meisten Risiken inzwischen als weniger ernst einstuft als im Vorjahr, sind Großbritannien, die USA und Indien die einzigen Staaten, in denen mehr Risiken als ernster bewertet werden. In den USA werden Risiken in Bezug auf die wirtschaftliche und politische Lage des Landes zunehmend negativer wahrgenommen, darunter Nahrungsmittelknappheit, der Zusammenbruch der Demokratie und die wachsende Ungleichheit.
Zudem betrachten Befragte aus mehr Ländern nun andere Staaten als Bedrohung, wobei die Sorge über die USA in allen befragten Ländern gestiegen ist. Russland wird jedoch nach wie vor deutlich häufiger als Bedrohung wahrgenommen als die USA.