Bundeskartellamt verpflichtet Apple zur Überarbeitung der Datenschutz-Einwilligung bei Apps
Apple muss Einwilligung für App-Tracking reformieren.

An Apple Store employee assists a customer. Photo by Cheng Xin/Getty Images.
- Das Bundeskartellamt verpflichtet Apple zur Änderung der Einwilligung beim App-Tracking, da Drittanbieter bisher benachteiligt wurden.
- Apple hat vier Monate Zeit, die Änderungen umzusetzen. Ein Treuhänder wird die Einhaltung der Zusagen sieben Jahre lang überwachen.
- Die Zustimmung für Drittanbieter-Apps darf zukünftig keine negativen Formulierungen und Symbole enthalten, sondern muss optisch und sprachlich neutral gestaltet werden.
- Die Entscheidung ist relevant, weil personalisierte Werbung von Nutzerdaten lebt. Auch Entwickler wie Meta sind betroffen.
Zentrale Fakten von nexos.ai, geprüft von der Cybernews-Redaktion.
Apple muss die Regeln ändern, nach denen App-Entwickler persönliche Daten für personalisierte Werbung auf iPhones und iPads nutzen dürfen. Das teilte das Bundeskartellamt am Montag mit und beendete damit ein jahrelanges Verfahren.
Die Behörde kam zu dem Ergebnis, dass Apples App Tracking Transparency Framework (ATTF) den eigenen Apps günstigere Zustimmungsabfragen einräumte als denen von Drittanbietern und damit möglicherweise gegen Wettbewerbsrecht verstoßen habe.
Apple hat nach Zustellung der Entscheidung vier Monate Zeit, die Änderungen umzusetzen. Die Zusagen gelten für sieben Jahre und werden von einem Treuhänder überwacht.
Im Rahmen der Zusagen müssen die Zustimmungsfenster für Drittanbieter-Apps neu gestaltet werden. Negative Formulierungen und Symbole entfallen, das Design soll optisch und sprachlich neutral wirken.
„Wir sind der Ansicht, dass der aktuelle ATT-Hinweis Nutzern eine klare, leicht verständliche und wirksame Kontrolle über ihre Daten bietet – eine Einschätzung, die auch die deutschen Datenschutzbehörden teilen. Dennoch haben wir auf Wunsch des Bundeskartellamts zugestimmt, den Text und die Formatierung des Hinweises anzupassen“, erklärte Apple. Mit diesen Zusagen könne man das Tool weiterhin in Europa anbieten, hieß es weiter.
Die Änderungen gelten in nahezu allen Ländern der Europäischen Union.
Drittanbieter wie Facebook-Mutterkonzern Meta sind auf möglichst genaue Nutzerdaten angewiesen, um zielgerichtete Werbung auf den Geräten auszuspielen. Diese bringt deutlich mehr Umsatz als breit gestreute Kampagnen.
Frankreich und Italien haben Apple wegen des ATT-Frameworks bereits mit Geldstrafen von 150 Millionen Euro beziehungsweise 98,6 Millionen Euro belegt.
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