Bundeswehr prüft Einsatz von KI für schnellere Gefechtsentscheidungen


Die deutsche Armee will Entscheidungen im Kriegseinsatz mit Hilfe von KI beschleunigen. Ein KI-System soll Gefechtsdaten schneller auswerten können als Menschen. Der Inspekteur des Heeres betonte, man orientiere sich dabei an Erfahrungen der Ukraine und anderer Streitkräfte.

Generalleutnant Christian Freuding, seit Oktober Heeresinspekteur und zuvor federführend bei den deutschen Waffenlieferungen an Kiew, schilderte Eindrücke aus ukrainischen Gefechtsständen, in denen Drohnen und moderne Sensoren die Menge an verfügbaren Gefechtsdaten massiv erhöht haben.

„Die Ukrainer nutzen Daten, die sie über vier Kriegsjahre hinweg gesammelt haben. Auf Basis dieser Daten kann die KI ableiten, wie der Feind in ähnlichen Situationen in der Vergangenheit agiert hat – und entsprechende Gegenmaßnahmen empfehlen“, sagte er.

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Aufgaben, für die heute noch Hunderte Soldaten mehrere Tage benötigen, ließen sich mit KI deutlich beschleunigen, so Freuding. Herkömmliche Methoden allein reichten nicht mehr aus, um den „Entscheidungszyklus des Gegners zu durchbrechen.

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Generalleutnant Christian Freuding. Bild: Johannes Simon/Getty.

Freuding regte an, Daten aus dem Ukrainekrieg und aus deutschen Militärübungen für das Training von Analysewerkzeugen zu nutzen, damit die Systeme mit den deutschen Einsatzgrundsätzen im Einklang stehen.

Mit Blick auf ethische Bedenken betonte er, KI solle ausschließlich als Unterstützung dienen und die Entscheidungsfindung von Menschen erleichtern.

„Die Aufgabe, analytische und abgewogene Entscheidungen zu treffen, wird immer beim Menschen, beim Soldaten, bleiben“, sagte er und ergänzte, ein konkretes KI-Produkt sei zwar noch nicht ausgewählt, der Einsatz der Technologie habe aber Priorität.

Zugleich hob Freuding hervor, wie wichtig es sei, deutsche KI-Systeme an die sich weiterentwickelnden Standards der NATO anzupassen. Ein europäisch entwickeltes System schloss er nicht aus, verwies aber darauf, dass US-Lösungen wegen ihres fortgeschritteneren Einsatzes praktische Vorteile haben könnten.

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„Persönlich halte ich es für wichtig, dass wir schnell etwas einsatzfähig bekommen. Natürlich müssen dabei Aspekte wie Datensouveränität und Sicherheit berücksichtigt werden“, sagte er weiter.

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Die US-Armee setzt bereits das KI-Werkzeug Maven des Silicon-Valley-Unternehmens Palantir ein, um Gefechtsdaten, darunter Bild- und Videomaterial, zu verarbeiten, die Lagebilder zu verbessern und Entscheidungen zu beschleunigen.

Nicht nur KI: Deutschland prüft Laser für Verteidigungszwecke

Nicht nur KI und Geschwindigkeit könnten der Bundeswehr Vorteile verschaffen, sondern auch Laser mit potenziellen militärischen und medizinischen Einsatzmöglichkeiten.

Das deutsche Startup Marvel Fusion untersucht laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bloomberg-Bericht neue Anwendungen für seine Lasertechnologie, unter anderem in Verteidigung, Gesundheitswesen und Industrie.

So könnten die Lasersysteme des Unternehmens beispielsweise eingesetzt werden, um Drohnen außer Gefecht zu setzen.

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Marvel Fusion ist auf Investorensuche, erste Gespräche haben bereits stattgefunden. Das langfristige Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung von Kernfusionsenergie. Im Fall von Marvel Fusion würde die Technologie genutzt, um Laser und Magnete zur Erzeugung sauberer Energie zu betreiben.

Die Technologie könnte helfen, den steigenden Strombedarf zu decken, der unter anderem durch KI-Einsatz massiv gestiegen ist, und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Das Unternehmen hofft, Kernfusion Mitte der 2030er-Jahre kommerziell nutzen zu können.

In der Zwischenzeit setzt Marvel Fusion darauf, mit seinen Lasersystemen bereits lange vor einer realen Fusion Umsätze zu generieren, zumal Deutschland und andere europäische Länder eine wachsende Nachfrage nach militärischen Anwendungen verzeichnen.


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