Soofi S: Deutsches Konsortium veröffentlicht das beste Open-Source-KI-Modell der Welt
Deutschland nimmt am KI-Rennen teil.

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- Deutsche Forscher haben mit Soofi S ein offenes KI-Modell für Deutsch und Englisch veröffentlicht, das in allen getesteten Open-Source-Benchmarks die Konkurrenz übertrifft.
- Das Modell verfügt über 30 Milliarden Parameter, aktiviert davon aber nur 3 Milliarden pro Token, was den Rechenaufwand senkt.
- Laut Soofi ist das Modell auf Englisch, Deutsch, beim Programmieren, in Mathematik und bei regionalem Wissen besser als europäische und US-amerikanische Open-Source-Modelle.
- Deutsche Politiker und Wissenschaftler sehen in Soofi S einen möglichen Beitrag zu mehr KI-Unabhängigkeit in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung.
Zentrale Fakten von nexos.ai, geprüft vom Cybernews-Team.
Ein deutsches Forschungskonsortium namens Soofi hat mit Soofi S ein offenes Sprachmodell (LLM) veröffentlicht, das in allen getesteten Benchmarks besser abschneidet als vergleichbare Open-Source-Modelle.
Soofi S 30B-A3B ist ein souveränes, offenes Grundlagenmodell für Deutsch und Englisch, das als Mixture-of-Experts (MoE) mit einer hybriden Mamba-Transformer-Architektur arbeitet.
MoE bezeichnet einen Ansatz im maschinellen Lernen, bei dem ein KI-Modell in mehrere Teilnetzwerke, sogenannte „Experten", aufgeteilt wird. Jeder dieser „Experten" ist auf einen bestimmten Ausschnitt der Eingabedaten spezialisiert, sodass sie gemeinsam eine Aufgabe lösen können.
Diese Architektur kommt laut Artificial Analysis, einer unabhängigen Plattform für KI-Benchmarks, in allen zehn leistungsstärksten Open-Source-Modellen zum Einsatz, darunter DeepSeek-R1 von DeepSeek AI und gpt-oss-120B von OpenAI.
Soofi S verfügt über 30 Milliarden Parameter, aktiviert davon aber nur 3 Milliarden pro Token, was den Rechenaufwand senkt.
Zudem bleibt der Inferenz-Cache von Soofi S, die Speicherung bereits berechneter Ergebnisse, auch bei wachsendem Kontext nahezu konstant. Das verschafft dem Modell laut Angaben einen „Durchsatzvorteil gegenüber dichten Modellen bei langen Kontexten und hoher Nebenläufigkeit."
Bei dichten Modellen wie Claude Opus 4.5 und Gemini 3.5 Flash läuft jedes Token in jedem Transformer-Block durch dasselbe Feedforward-Netzwerk.
Soofi S wurde vollständig auf der KI-Cloud-Infrastruktur der Deutschen Telekom trainiert.
Was ist das beste Open-Source-KI-Modell?
Laut dem Pretraining-Tech-Report, der auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlicht wurde, ist Soofi S das stärkste vollständig offene Modell bei englischen und deutschen Benchmarks und übertrifft damit das spanische Alia 40B, das gemeinsame europäische EuroLLM 22B, das Schweizer Apertus 70B sowie das US-amerikanische Olmo 3 32B.
Zudem zeigt es gute Leistungen beim Programmieren, in Mathematik und im Bereich regionalen Wissens über Deutschland.
Dem Bericht zufolge erreicht Soofi S bei der aggregierten Leistung in Englisch und Deutsch das Niveau dichter internationaler Modelle mit 14 bis 27 Milliarden Parametern, allerdings zu „einem Bruchteil der Kosten für aktive Parameter".
Michael Fromm, Leiter der Pretraining-Daten bei Soofi, ergänzte später, dass Qwen 3.5 Soofi S in puncto reiner Leistungsfähigkeit voraus sei.
„Unser Vorteil liegt in Leistungsfähigkeit, Durchsatz und vollständiger Offenheit", schrieb er auf X.
Am schwächsten schnitt Soofi S bei den Benchmarks für erworbenes Wissen und Schlussfolgerungsfähigkeit (MMLU-Pro) sowie für hochkomplexes wissenschaftliches Schlussfolgern (GPQA-D-DE) ab.
Dennoch übertraf es auch hier alle anderen in der Analyse berücksichtigten Open-Source-Modelle.
„Deutschland ist zurück im KI-Rennen"
Daniel D. Eckert, Reporter bei der führenden deutschen Tageszeitung „Welt", schrieb auf X, die Veröffentlichung von Soofi S könnte bedeuten, dass Deutschland zurück im KI-Rennen ist.
„Wir hätten unsere eigene, unabhängige KI-Technologie und wären nicht mehr auf amerikanische oder chinesische Firmen angewiesen", schrieb Eckert.
Karl Lauterbach, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Deutschen Bundestag, sagte, Soofi trete nicht in Konkurrenz zu den Spitzenmodellen von Claude oder OpenAI.
„Aber für sehr viele Industrieanwendungen und Verwaltung ist es mehr als gut genug", schrieb Lauterbach auf X.
Wie kann man auf das Soofi-S-Modell zugreifen?
Soofi S ist nicht als Chatbot verfügbar, Unternehmen können jedoch Zugang beantragen und müssen dabei ein konkretes Anwendungsszenario angeben.