VG Kassel wertet KI-Nutzung an Uni als Täuschung, Googeln nicht


Das Verwaltungsgericht Kassel hat entschieden, dass der heimliche Einsatz von künstlicher Intelligenz im akademischen Umfeld als Täuschung gewertet werden kann und nicht mit der Nutzung von Suchmaschinen vergleichbar ist.

Die Universität Kassel vermutete laut Legal Data, dass zwei wissenschaftliche Arbeiten (eine Master-Hausarbeit und eine Bachelorarbeit) größtenteils mithilfe von KI verfasst wurden.

Während ein Student den Einsatz von KI einräumte, kamen bei einem anderen Zweifel auf, weil seine schwache mündliche Leistung seine starke schriftliche Arbeit nicht widerspiegelte.

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Die Studierenden zogen vor Gericht. Dort sollte geklärt werden, ob der Einsatz von KI verboten werden darf, obwohl Technologien wie die Suchmaschine Google erlaubt sind.

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Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Studierende bei der Nutzung von Suchmaschinen Materialien lesen, auswählen und prüfen und daraus ihre Arbeiten selbst verfassen.

KI liefere dagegen bereits fertige Formulierungen, eine Struktur und die Argumentationslinie.

Das Gericht nannte zudem Hinweise auf KI-generierte Texte, darunter „häufig wiederkehrende, übermäßig positiv wertende Formulierungen zu sachlich-neutralen Inhalten“.

Wiederholte Zusammenfassungen und das erneute Aufgreifen von Gedanken wurden als mögliche Anzeichen dafür gewertet, dass ein Text von KI geschrieben wurde.

Student mit Laptop in einer Vorlesung
Bild: Andia/Universal Images Group via Getty Images

Das Gericht erklärte, schon ein einmaliger Einsatz von KI ohne Kennzeichnung könne als akademische Täuschung gewertet werden, während eine einfache KI-basierte Rechtschreibprüfung keine Täuschung darstellt.

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In den USA nutzen laut einer Gallup-Umfrage 69 Prozent der College-Studierenden mindestens einmal im Monat KI in ihren Kursarbeiten. Fast die Hälfte (42 Prozent) gab an, dass der Einsatz an ihrer Hochschule zwar nicht erwünscht, unter bestimmten Umständen aber erlaubt sei.

Obwohl die Verbreitung von KI-Generatoren scheinbar nicht zu einem sprunghaften Anstieg akademischer Täuschung geführt hat, macht KI-gestützter Betrug einen immer größeren Teil der Verdachtsfälle aus.


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