Movie2K-Betreiber horten trotz Beschlagnahme vermutlich über 4 Milliarden Euro in Bitcoin

Trotz Beschlagnahme und Verkauf von Bitcoin (BTC) im Wert von mehreren Milliarden Euro durch deutsche Behörden sitzen die Movie2K-Betreiber offenbar weiterhin auf erheblichen Reserven.
Blockchain-Analysten von Arkham Intelligence behaupten, dass deutsche Ermittler über 45.000 BTC (rund 4,3 Milliarden Euro) nicht sicherstellen konnten. Diese befinden sich offenbar noch immer in Wallets mit Verbindung zu Movie2K, einer der größten illegalen Streaming-Plattformen Deutschlands.
Wie Cybernews berichtete, hatte einer der Verdächtigen Anfang 2024 Wallets mit fast 50.000 BTC der Kontrolle des Bundeskriminalamts übergeben.
„Wir haben einen weiteren Bitcoin-Cluster entdeckt, der sich mit früheren Movie2K-Transaktionen und -Adressen verknüpfen lässt und insgesamt etwa 45.000 BTC enthält. Diese befinden sich höchstwahrscheinlich noch unter Kontrolle der Movie2K-Betreiber. Sie wurden seit 2019 nicht bewegt und verteilen sich auf über 100 Bitcoin-Wallets", so Arkham.
Die Analysten merkten an, dass Deutschland diese zusätzlichen BTC nie öffentlich erwähnte und sie nicht in den „Notverkauf" einbezog, der seinerzeit 2,6 Milliarden Euro einbrachte, heute aber 4,75 Milliarden Euro wert wäre.
Daten der Blockchain-Intelligence-Plattform zeigen, dass das mit Movie2K verbundene BTC-Portfolio dank steigender Bitcoin-Preise seit der Beschlagnahme nun fast wieder das Niveau seines Höchststands von 2021 erreicht hat (etwa 5,3 Milliarden Euro).
Wie berichtet, wurden zwei Männer im August 2020 beschuldigt, zwischen Herbst 2008 und Mai 2013 mehr als 880.000 illegale Filmkopien verbreitet zu haben. Sie betrieben den illegalen Streaming-Dienst auf rumänischen Servern und begannen Mitte 2012 im großen Stil Bitcoin zu kaufen.
Im Juli 2024 teilte die Staatsanwaltschaft Dresden mit, im Rahmen eines sogenannten Notverkaufs die von den Beschuldigten übertragenen BTC aufgrund des Risikos eines erheblichen Wertverlusts von etwa 10 Prozent oder mehr umgehend verkaufen zu wollen.
Damals betonten die Staatsanwälte, dass bei einem Notverkauf „jegliche Preisspekulation oder das Abwarten steigender Kurse für eine Strafverfolgungsbehörde untersagt" sei. Hätten die Ermittler die beschlagnahmten BTC behalten, wären sie heute 92 Prozent mehr wert.