Berlin verweigert Lösegeldzahlung für 5,8 TB gehackter Behördendaten
Rhysida bekennt sich zum Angriff und will die Daten versteigern.

Image via Shutterstock
- Die Rhysida-Bande behauptet, 5,79 TB Daten von Berliner Behörden gestohlen zu haben, darunter Verträge, E-Mails, Telefonnummern, Passwörter und vertrauliche Informationen.
- Die Gruppe kündigt an, die Daten in sieben Tagen ab einem Startpreis von 30 Bitcoin zu versteigern.
- Berliner Behörden erklären, dass das Land kein Lösegeld zahlen werde und Ermittler die Angreifer verfolgen.
- Laut Behörden sei die Wahlinfrastruktur vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September nicht betroffen.
Zentrale Fakten von nexos.ai, geprüft von der Cybernews-Redaktion.
Der Berliner Senat ist das Ziel eines Erpressungsversuchs, nachdem Hacker die Systeme der Landesbehörde kompromittiert haben. Die gestohlenen Daten könnten in etwa einer Woche versteigert werden.
Rhysida, eine Cybercrime-Gruppe, die mutmaßlich aus Russland oder Osteuropa operiert, bekannte sich zu dem Cyberangriff im August.
Auf ihrer Website erklärte die Gruppe, sie habe 5,79 Terabyte an Daten gestohlen, darunter 46.500 Verträge sowie E-Mails, Telefonnummern, Passwörter und vertrauliche Informationen.
Wie Reuters berichtet, kündigte die Gruppe außerdem an, die erbeuteten Informationen in sieben Tagen ab einem Startpreis von 30 Bitcoin zu versteigern. Auf der Website sei inzwischen ein Countdown zu sehen.
Berlin habe bereits eine Lösegeldforderung in unbekannter Höhe erhalten. Behörden erklärten jedoch öffentlich, dass das Land der Erpressung nicht nachgeben werde.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und die Berliner Innensenatorin Iris Spranger erklärten am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme: „Das Land Berlin lässt sich nicht erpressen.“
„Gegen die mutmaßlichen Täter des Hacker-Angriffs auf das Landesnetz Berlin ermitteln in enger Zusammenarbeit das Landeskriminalamt Berlin, die Staatsanwaltschaft und die Sicherheitsbehörden des Bundes mit Hochdruck.“
Der Cyberangriff auf das Netzwerk der Berliner Senatsverwaltung ereignete sich im August und wurde von den Behörden als „IKT-Vorfall“ bezeichnet. Der Begriff beschreibt Ereignisse, die die Sicherheit oder Vertraulichkeit von Daten und IT-Systemen beeinträchtigen. Teile der Systeme wurden vorübergehend vom Netz genommen, während der Senat das Ausmaß des Angriffs untersuchte.
Alle Senatsverwaltungen wurden am 23. August wieder an das Netzwerk angeschlossen, die Ermittlungen dauern jedoch an.
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Der Angriff erfolgt weniger als einen Monat vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September. Spranger erklärte jedoch, die Wahlinfrastruktur sei nicht betroffen gewesen.
Zu den früheren prominenten Opfern der Rhysida-Ransomware-Gruppe zählen die British Library und Insomniac Games. Im November 2025 veröffentlichte die Gruppe fast 2 TB sensibler Daten des US-Industriekonzerns Gemini Group und legte dabei Mitarbeiter- und Kundendaten aus ganz Nordamerika offen.
Bereits im Januar 2025 listete die Gruppe einen Stadtbezirk von Montreal auf ihrer Leak-Seite im Darknet und veröffentlichte Proben von Dokumenten, die angeblich aus den Netzwerken der Bezirksverwaltung gestohlen worden waren.