Deutsches Startup erreicht Mach 6 bei Hyperschall-Raketentest

Hypersonica, ein Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen mit Sitz in München, hat nach eigenen Angaben einen Prototyp in Norwegen getestet. Die Geschwindigkeit der Rakete betrage Mach 6, die Reichweite über 300 Kilometer.
Das Unternehmen bezeichnet sich als erstes privat finanziertes europäisches Rüstungsunternehmen, dem ein erfolgreicher Hyperschallflug gelungen ist. Dieser Sektor war bisher staatlichen Institutionen vorbehalten.
„Als Europäer, die den Werten der Freiheit und Demokratie verpflichtet sind, verfolgen wir diese Arbeit mit einem klaren Verantwortungsbewusstsein für die sichere und prinzipientreue Entwicklung dieser Spitzentechnologie", erklärten die Hypersonica-Gründer Dr. Philipp Kerth (CEO) und Dr. Marc Ewenz (CTO) in einer Pressemitteilung.
Das Unternehmen plant weitere Testflüge, um die verbesserte Manövrierbarkeit bei hohen Geschwindigkeiten zu demonstrieren. Ziel ist es, bis 2029 Hyperschall-Waffensysteme für Europa zu liefern.
Hyperschallraketen fliegen mit fünffacher Schallgeschwindigkeit und bleiben dabei in der Atmosphäre manövrierfähig. Die extreme Hitze und Materialbelastung sind eine enorme technologische Herausforderung.
Dank des modularen Designs der Rakete senkt Hypersonica nach eigenen Angaben die Kosten um mehr als 80 % im Vergleich zur herkömmlichen Entwicklung von Raketensystemen. Die Zeit von der Bestellung bis zum fertigen Produkt könnte von Jahren auf wenige Monate verkürzt werden.
„Wir arbeiten daran, ein europäisches Waffensystem zu entwickeln, das zeitlich und finanziell sinnvoll für europäische Regierungen ist, auch für Länder mit begrenzten Verteidigungsbudgets. Europa hat weder 20 Jahre Zeit noch Milliarden für die Entwicklung von Hyperschallwaffen übrig. Es braucht einen neuen Entwicklungsansatz, und genau den bringen wir mit unserem schnellen, iterativen Vorgehen", teilte Hypersonica gegenüber Defense News per E-Mail mit.
In einer separaten Mitteilung gab das Unternehmen bekannt, in seiner Serie-A-Finanzierung 23,3 Millionen Euro eingesammelt zu haben. Hypersonica plant, mit den Mitteln die Entwicklung voranzutreiben und ab dem ersten Quartal 2026 mit Testflügen im vollen Maßstab zu beginnen. Außerdem soll die Nachfrage von NATO-Mitgliedern nach präzisen Waffensystemen bedient werden.
Europas Interesse an Hyperschallraketen wird insbesondere durch Gegner befeuert, die sich damit brüsten, solche Waffen bereits zu besitzen, allen voran Russland.
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