Commerzbank-Konten geplündert: Vier Verdächtige nach Millionen-Hack gefasst
Fast drei Jahre nach dem Coup ist die Polizei den mutmaßlichen Cyberkriminellen auf die Spur gekommen.

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- Die brasilianische Polizei hat vier Verdächtige im Zusammenhang mit einem Cyberangriff mit einem Schaden von 30 Millionen Euro auf Commerzbank-Kunden aus dem Jahr 2023 festgenommen.
- Den Behörden zufolge nutzten die Täter ein fehlerhaftes Software-Update in einem Transaktionssystem aus, um innerhalb von vier Tagen unautorisierte Abbuchungen vorzunehmen.
- Die deutschen und die brasilianischen Behörden identifizierten drei weitere Verdächtige in Europa, gegen die in Spanien und Bulgarien strafrechtlich vorgegangen werden soll.
Zentrale Fakten von nexos.ai, geprüft von der Cybernews-Redaktion.
Die brasilianische Polizei hat vier Verdächtige im Zusammenhang mit einem Cyberangriff mit einem Schaden von 30 Millionen Euro auf Kunden des deutschen Bankenriesen Commerzbank im Jahr 2023 festgenommen.
Am 13. August starteten die brasilianischen Behörden mit Unterstützung des Bundeskriminalamts (BKA) eine groß angelegte Operation: Sie vollstreckten 21 Durchsuchungsbeschlüsse in sieben Städten und nahmen vier Personen fest.
Die brasilianische und die deutsche Bundespolizei identifizierten zudem drei weitere Verdächtige in Europa, denen Computerbetrug im Zusammenhang mit Online-Banking vorgeworfen wird. Sie sollen in Spanien und Bulgarien strafrechtlich verfolgt werden.
Laut dem offiziellen Bericht der Staatsanwaltschaft Frankfurt nutzten die Angreifer eine Sicherheitslücke im Transaktionsverarbeitungssystem aus, die durch ein fehlerhaftes Software-Update im Jahr 2023 entstanden war.
Innerhalb von nur vier Tagen ermöglichte die Sicherheitslücke zahlreiche unautorisierte Abbuchungen, die einen Gesamtschaden von rund 30 Millionen Euro (34,7 Millionen US-Dollar) verursachten.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Gelder über ein kriminelles Betrugsnetzwerk transferiert, größtenteils nach Brasilien, wo ein Großteil davon in bar ausgezahlt wurde. Ein kleinerer Teil wurde in vier europäischen Ländern transferiert und dort ausgezahlt.
Die Behörden nannten die betroffene Bank zwar nicht namentlich, doch brasilianische Medien identifizierten sie als Commerzbank, eine große deutsche Geschäftsbank mit Sitz in Frankfurt, die in mehr als 40 Ländern weltweit tätig ist.
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Die Bank bestätigte in einer Stellungnahme gegenüber Bleeping Computer, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, betonte jedoch, dass ihre Kunden finanziell nicht betroffen gewesen seien.
„Der Betrugsfall ist bekannt und stammt aus dem Jahr 2023. Aufgrund technischer Probleme bei einem Dienstleister kam es zu unautorisierten Lastschriften von Kundenkonten. Den Kunden entstand dabei kein finanzieller Schaden. Wir haben eng und umfassend mit den Behörden zusammengearbeitet“, erklärte ein Sprecher der Commerzbank.
Ein brasilianisches Gericht ordnete zudem die Beschlagnahmung von Vermögenswerten, Fahrzeugen und Immobilien im Gesamtwert von rund 106 Millionen Real (20 Millionen US-Dollar) an. Einer der identifizierten Verdächtigen soll 2024 für ein politisches Amt kandidiert und dabei einen Teil der gestohlenen Gelder zur Finanzierung seiner Kampagne verwendet haben.