1741 Werbepartner per Klick? Noyb reicht DSGVO-Beschwerde gegen Online-Wörterbuch ein
1741 Gründe, nicht auf „Akzeptieren“ zu klicken.

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- Das österreichische Wörterbuch dict.cc verlangt von Nutzern die Zustimmung zur gleichzeitigen Datenverfolgung durch 1741 Werbepartner.
- Die Datenschutzorganisation noyb argumentiert, dass eine informierte Einwilligung unmöglich sei, da das Durchlesen von 1741 Datenschutzerklärungen Wochen dauern würde.
- Die DSGVO verlangt, dass eine Einwilligung informiert, spezifisch und eindeutig hinsichtlich der Datenerhebung und Datenverarbeitung sein muss.
- Noyb hat bei der österreichischen Datenschutzbehörde Beschwerde eingereicht und fordert die sofortige Löschung der Daten sowie Bußgelder, um ähnliche Verstöße künftig zu verhindern.
Zentrale Fakten von nexos.ai, geprüft von der Cybernews-Redaktion.
Die Datenschutzorganisation noyb hat bei der österreichischen Datenschutzbehörde Beschwerde eingereicht, weil dict.cc seine Nutzer auffordert, der Datenverfolgung durch 1741 Partnerunternehmen zuzustimmen.
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), Europas Datenschutzgesetz, schreibt vor, dass eine Einwilligung informiert, spezifisch und eindeutig sein muss.
Mit anderen Worten: Nutzer müssen genau wissen, wozu sie ihre Zustimmung geben, wenn sie beim Erscheinen eines Cookie-Banners auf „Akzeptieren“ klicken – etwa welche Daten gesammelt werden, wie diese Informationen verarbeitet werden und zu welchem Zweck sie an andere Unternehmen weiterverkauft werden.
In den meisten Fällen werden persönliche Informationen über dein Online-Verhalten mit sogenannten Partnerunternehmen geteilt. Diese nutzen die gesammelten Daten, um personalisierte Werbung auszuspielen. So verdienen sie ihr Geld.
Die meisten Websites geben an, Daten mit ein paar Dutzend oder ein paar Hundert Partnerunternehmen zu teilen. Das Online-Wörterbuch dict.cc sprengt jedoch alle Rekorde: Es arbeitet mit 1741 Werbepartnern.
Die österreichische Datenschutzorganisation noyb zeigt sich empört darüber und erklärt, eine informierte Entscheidung sei unter diesen Umständen praktisch unmöglich.
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„Es würde Tage oder sogar Wochen dauern, die Datenschutzerklärungen von 1.741 Unternehmen gründlich zu lesen und zu verstehen. Es ist lächerlich anzunehmen, dass man auf dieser Grundlage eine informierte Entscheidung treffen könnte“, erklärt Felix Mikolasch, Datenschutzexperte bei noyb, in einer Stellungnahme.
Sein Kollege Martin Baumann findet, dass die Zustimmung zur Nutzung persönlicher Daten durch mehr als 1700 Werbepartner moralisch fragwürdig sei. Deshalb wolle noyb dem einen Riegel vorschieben.
Um dies zu erreichen, hat die Datenschutzorganisation bei der österreichischen Datenschutzbehörde Beschwerde eingereicht und fordert, dict.cc anzuweisen, sämtliche unrechtmäßig verarbeiteten Daten unverzüglich zu löschen.
Darüber hinaus fordert noyb die Datenschutzbehörde auf, gegen das Online-Wörterbuch eine empfindliche Geldstrafe zu verhängen, um künftige Verstöße dieser Art zu verhindern. Um ihrer Entscheidung mehr Gewicht zu verleihen, könnte die Behörde den Europäischen Datenschutzausschuss (EDPB) um eine Stellungnahme zu dem Fall bitten.
Der EDPB ist ein unabhängiges Gremium, das sicherstellen soll, dass die DSGVO in allen EU-Mitgliedstaaten einheitlich angewendet wird.
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