Einmal blinzeln, 83 Mal gehackt: Cyberalltag in der Bundesbank

Die Bundesbank ist permanenten Cyberangriffen ausgesetzt, Attacken erfolgen im Abstand von 0,012 Sekunden. Verantwortliche sprechen vom „ständigen Wettlauf" und rüsten sich für Vergeltung.
Cyberangriffe auf deutsche Institutionen sind seit geraumer Zeit eine große Herausforderung für die Cyberabwehr des Landes. Neue Einblicke aus der Bundesbank unterstreichen die Schwere der Situation.
Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank, berichtete gegenüber dem Tagesspiegel, dass seine Bank einem intensiven Stroms von Cyberangriffen ausgesetzt ist.
„Wir erleben jede Minute mehr als 5.000 Cyberangriffe“, sagte er im Interview.
Nagel fügte hinzu, dass die jährliche Anzahl der Cyberangriffe mittlerweile die Marke von 2,5 Milliarden übersteigt. Er beschrieb die Situation als „ständigen Wettlauf“.
Laut ihm hat die Bundesbank Maßnahmen ergriffen, um Angriffe zu verhindern und abzuwehren, darunter strengere Sicherheitsprüfungen für Mitarbeiter, verbesserte IT-Sicherheit und ein verbessertes Business-Continuity-Management.
Die Nachricht über 5.000 Angriffe pro Minute fiel zeitlich mit der Ankündigung von Alexander Dobrindt, Deutschlands Bundesinnenminister, zusammen. Er beschwört, dass Deutschlands Krieg gegen Cyberkriminalität weiter eskalieren wird.
„Wir werden zurückschlagen, auch im Ausland", berichtet die Deutsche Welle unter Berufung auf ein Interview in der Süddeutschen Zeitung.
„Wir werden Angreifer stören und ihre Infrastruktur zerstören.“
Laut Dobrindt wird „Deutschland die Schwelle für einen Gegenschlag niedrig ansetzen“, und von den Geheimdiensten und dem Bundeskriminalamt ausführen lassen.
Wie bereits berichtet, plant Deutschlands Innenministerium die Einführung eines neuen Abwehrzentrums für hybride Bedrohungen. Es wird vom Verfassungsschutz vorbereitet und soll eine bessere Reaktion auf Cyberangriffe koordinieren.
Es soll noch in diesem Jahr die Arbeit aufnehmen. Der Minister ist überzeugt, dass Deutschland einer ständigen Bedrohung durch Cyberangriffe ausgesetzt ist.
„Das können wir nicht hinnehmen.“ erklärte der Minister.
Erst im vergangenen September gab Deutschland bekannt, dass Cyberangriffe das Land im Jahr 2024 fast 300 Milliarden Euro gekostet haben.
Meistens wurden die Angriffe von ausländischen Geheimdiensten durchgeführt und nicht von Einzeltätern.
Reuters zitierte eine Umfrage, die ergab, dass die überwiegende Mehrheit der Angriffe China oder Russland zugerechnet werden.
Nur ein Viertel stammte aus den USA oder Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Etwa zur gleichen Zeit, als die Umfrage herauskam, kündigte auch Polen an, sein Cybersicherheitsbudget auf einen Rekordwert von 1 Milliarde Euro zu erhöhen. Ziel ist, dem Anstieg russischer Hackerversuche, einschließlich Angriffen auf Krankenhäuser und städtische Wasserversorgung, Herr zu werden.
Vor zwei Wochen erlitt Polen einen Cyberangriff, der beinahe das Stromnetz lahmgelegt hätte. Premierminister Donald Tusk machte Gruppen mit Verbindungen zu russischen Geheimdiensten verantwortlich und bereitet zusätzliche Verteidigungsmaßnahmen vor.
Großbritannien hat ebenfalls eine neue Cyber Security and Resilience Bill angekündigt, um die Resilienz des Landes gegen Cyberangriffe zu stärken.
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