Xpl0itrs-Hacker veröffentlichen interne BMW-Dokumente nach angeblichem Datenabgriff
Geleakte Daten könnten individuelle Fahrzeugdaten enthalten

- Xpl0itrs-Hacker behaupten, rund 800 Dokumente zu BMW-Motorrädern und Händlern gestohlen und Stichproben online veröffentlicht zu haben.
- Sicherheitsforscher von Cybernews fanden vorwiegend Daten über gebrauchte Motorräder, Fahrzeugpreise, Händlerdaten und Kontakte von Mitarbeitern.
- Den Experten zufolge ließen sich Behauptungen über Daten zur Konfiguration, API, Tankstellen und Tochtergesellschaften anhand der Stichprobe nicht bestätigen.
- Aufbereitete Mitarbeiter- und Händlerdaten könnten Betrügern helfen, sich bei gezielten Betrugsversuchen als BMW-Mitarbeiter auszugeben.
Zentrale Fakten von nexos.ai, geprüft von der Cybernews-Redaktion.
Die BMW Group ist ins Visier der Ransomware-Gruppe Xpl0itrs geraten, die behauptet, Hunderte Dokumente mit Informationen zu BMW-Motorrädern und Händlern gestohlen zu haben.
Die Ransomware-Gruppe Xpl0itrs behauptet, einen erfolgreichen Datendiebstahl bei der BMW Group durchgeführt zu haben. Dabei sollen sensible Unternehmensdaten des Autobauers erbeutet worden sein.
Die Behauptungen tauchten auf der Leak-Seite der Gruppe im Darknet auf. Laut dem Beitrag von Xpl0itrs umfasst die Beute rund 800 Dokumente. Die Veröffentlichung deutet darauf hin, dass die Angreifer mehr als nur Unterlagen über Motorräder erlangt hätten.
Um ihre Behauptungen zu untermauern, veröffentlichte die Gruppe zwei Versionen eines angeblichen BMW-Datensatzes, die beweisen sollen, über welche Art von Daten sie verfügt.
Das größere Archiv ist rund 280 MB groß und enthält etwa 636 PDF-Dokumente, während das deutlich kleinere Archiv von rund 10 MB lediglich vier Dokumente umfasst.
Unklar ist, ob die kleinere Sammlung lediglich ein Vorgeschmack sein soll oder ob das größere Archiv bereits das gesamte von den Angreifern erbeutete Material enthält.
Sicherheitsforscher von Cybernews analysierten beide Datensätze. Die Dokumente betreffen hauptsächlich gebrauchte BMW-Motorräder und Details zu einzelnen Fahrzeugen, ihren Preisen und Händlerinformationen.
Außerdem enthalten sie Informationen zu BMW- und anderen Autohausmitarbeitern, darunter Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern der Händler.
Teile der Daten sind bereits online
Die Angreifer behaupten zudem, der gestohlene Datensatz enthalte Konfigurations- und API-Daten, Informationen zu Tankstellen, Daten von Tochtergesellschaften und weitere sensible Angaben. In den veröffentlichten Datensätzen waren diese Informationen allerdings nicht zu sehen.
Deshalb wirkten diese Behauptungen den Forschern zufolge „übertrieben“.
Die Experten fanden zudem mehrere öffentlich zugängliche Dokumente, die identisch mit Dateien zu sein schienen, die von Xpl0itrs veröffentlicht wurden.
Das könnte bedeuten, dass zumindest ein Teil des Materials nicht durch einen Einbruch in die Systeme von BMW erlangt wurde. Die Dokumente waren ohnehin im Internet öffentlich zugänglich. Trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass anderswo auch vertrauliche Daten abgeflossen sind.
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BMW-Mitarbeiter und Kunden könnten ins Visier von Betrügern geraten
Auch wenn einige der Dateien offenbar leicht online zugänglich sind, ist die mögliche Offenlegung der Daten nicht zwangsläufig harmlos. Ein einzelnes Dokument auf der Website eines Händlers ist möglicherweise unproblematisch. Hunderte ähnliche Dokumente, thematisch gebündelt, können aber durchaus zu Problemen führen.
Geleakter Datensätze können genutzt werden, um Rückschlüsse auf interne Geschäftsprozesse zu ziehen. Mitarbeiternamen, Kontaktdaten und Händlerinformationen werden zusammengeführt, die Angreifer sonst einzeln zusammentragen müssten. Kriminelle haben solche Daten in der Vergangenheit schon häufiger für Identitätsbetrug oder Social-Engineering-Angriffe genutzt.
„Für sich genommen sind die Dokumente nicht hochsensibel. Allerdings erleichtern sie die Recherche zu Mitarbeiterdaten, weil die Informationen mehrerer Personen nun an einem Ort gebündelt sind“, erklärten Sicherheitsforscher von Cybernews.
Ein Angreifer könnte beispielsweise den Namen, den Händlerstandort und die Kontaktdaten eines echten Mitarbeiters verwenden, um eine betrügerische Nachricht authentisch wirken zu lassen. Es scheint, als stamme sie wirklich aus dem BMW-Händlernetzwerk.
Cybernews hat BMW um eine Stellungnahme gebeten. Sobald eine Antwort eingeht, werden wir diesen Artikel aktualisieren.