Dein nächster BMW könnte von einem humanoiden Roboter gebaut werden


Zentrale Fakten:

BMW setzt ab diesem Sommer humanoide Roboter an den Produktionsstraßen seines Werks in Leipzig ein.

Das Unternehmen plant den Einsatz von zwei Robotern von Hexagon Robotics, einer Sparte der Hexagon AB, eines schwedischen Industrietechnik-Konzerns, der sich auf digitale Realität, Messtechnik und autonome Lösungen spezialisiert hat. Die Roboter befinden sich derzeit in einer Testphase im Leipziger Werk.

ADVERTISEMENT

Michael Nikolaides, Leiter Produktionsnetzwerk und Logistik der BMW Group, sprach gegenüber der BBC von der Zukunft der Automobilproduktion. Ein humanoides Design ermögliche es Robotern, sich nahtlos in Arbeitsumgebungen einzufügen, die für Menschen gestaltet wurden, erklärte er.

„Wenn man eine humanoide Form hat, kann man sie an nahezu jedem Arbeitsplatz einsetzen, an dem heute ein Mensch arbeitet, weil sie dieselbe Größe und dieselben Fähigkeiten hat“, sagte er.

Die Diskussion zu diesem Thema läuft. Sag uns deine Meinung.

BMW begann Anfang dieses Jahres mit dem Test humanoider Roboter in Deutschland, 2004 wurde bereits ein erfolgreicher Versuch in Spartanburg, South Carolina absolviert. Während des großen US-Testlaufs trug der Roboter Figure O2 drei Monate lang zur Produktion von 30.000 BMW X3 bei, absolvierte dabei 10-Stunden-Schichten und bewegte mehr als 90.000 Teile, so Figure AI.

Allerdings unterscheiden sich die im US-Versuch eingesetzten Figure-Roboter von den aktuellen Modellen. Der aktuelle Hexagon-Roboter namens Aeon hat Räder statt Füße.

„In einer Werkshalle ergibt das mehr Sinn [Räder zu haben], weil Aeon von einem Ort zum anderen rollen kann“, sagte Nikolaides.

Aeon ist ein menschenähnlicher Roboter, der mit Kameras, Radar, Mikrofonen und weiteren Sensoren ausgestattet ist. Er ist 1,65 m groß, wiegt 60 kg und bewegt sich laut BMW mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2,5 m/s durch die Halle.

ADVERTISEMENT
Humanoide Roboter Leipzig
Aeon Bild: BMW

Trainiert wurden die Roboter durch eine Kombination aus Sensoren an Menschen und virtuellen Fabriksimulationen in einem digitalen Abbild des Werks, das auf Software von Nvidia läuft. In der Simulation übte der Roboter Aufgaben wiederholt mithilfe von „Reinforcement Learning“, einem Ansatz, bei dem durch Versuch und Irrtum gelernt wird.

Wenn das Pilotprojekt in Europa startet, wird Aeon „bei der Montage von Hochvoltbatterien und in der Komponentenfertigung eingesetzt“. Seine Akkulaufzeit beträgt drei Stunden, doch der Roboter ist so konzipiert, dass er seinen Akku in rund drei Minuten selbst wechseln kann, inklusive der Wegzeit zur Ladestation und zurück.

Laut Nikolaides würden Roboter keine Arbeitsplätze vernichten – im Gegenteil: Gegenüber der BBC erklärte er, durch diese neue Technologie seien neue Jobs entstanden, und genau so betrachte man humanoide Roboter.

Die meisten etablierten Autohersteller setzen verstärkt auf moderne Robotik und unterschiedliche Formen der Automatisierung. Im März begann der chinesische Technologiekonzern Xiaomi mit dem Test humanoider Roboter in einem seiner Autowerke und plant den großflächigen Einsatz innerhalb der nächsten fünf Jahre. Der südkoreanische Hersteller Hyundai kündigte an, ab 2028 menschenähnliche Roboter in seinen Werken einzuführen, nachdem 2023 in Singapur die „robotergesteuerte“ Produktionsstätte eröffnet worden war.

jurgita justinasv Izabelė Pukėnaitė vilius Ernestas Naprys Gintaras Radauskas
Lies unsere neuesten Artikel auf Google News

Entdecke weitere exklusive Cybernews-Reportagen auf YouTube.

ADVERTISEMENT