Mysteriöse iPhone-Malware alarmiert deutsche Politiker
iPhones lassen sich ohne einen einzigen Klick infizieren.

Image by Cybernews.
- Mehrere deutsche Abgeordnete und Personen des öffentlichen Lebens haben von Apple Warnungen vor möglichen Angriffen mit Söldner-Spyware erhalten.
- Das BSI weiß nach eigenen Angaben noch nicht, ob Geräte tatsächlich kompromittiert oder lediglich angegriffen wurden.
- Solche Spyware kann unbemerkt auf Nachrichten, Anrufe, Kontakte, Standortdaten, Kameras und Mikrofone zugreifen.
- Betroffenen Bundestagsabgeordneten wird geraten, ihre Geräte als möglicherweise kompromittiert zu betrachten.
Zentrale Fakten von nexos.ai, geprüft von der Cybernews-Redaktion.
In Deutschland wächst die Sorge: Die Geräte von Politikern könnten mit hochentwickelter Spyware infiziert worden sein.
Mehrere Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie weitere Personen des öffentlichen Lebens haben Warnmeldungen von Apple erhalten, die auf einen Angriff mit Söldner-Spyware hindeuten.
Das volle Ausmaß des mutmaßlichen Angriffs ist zwar noch unklar, doch dass er offenbar gezielt Politiker trifft, legt ein Spionagemotiv nahe.
Söldner-Spyware ist kommerziell entwickelte Überwachungssoftware, die an staatliche Stellen verkauft und gegen ausgewählte Einzelpersonen eingesetzt wird.
Eines der bekanntesten Beispiele ist Pegasus, eine hochprofessionelle Überwachungssoftware der israelischen NSO Group, mit der sich iOS- und Android-Geräte ausspähen lassen.
Meist infizieren die Angreifer die Geräte, ohne dass die Opfer selbst etwas tun müssen. Man spricht dabei von Zero-Click-Angriffen.
Eine speziell präparierte Nachricht genügt, um ein Gerät zu kompromittieren, selbst wenn der Empfänger sie nie öffnet. In der Regel bemerken die Opfer nicht, dass ihr Smartphone infiziert wurde.
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Ist die Spyware einmal installiert, verschafft sie den Angreifern Zugriff auf private Nachrichten, auch auf solche aus verschlüsselten Messengern, sowie auf Anrufe, Kontakte, Kalender und Standortdaten. Zudem lassen sich Mikrofon und Kamera aus der Ferne aktivieren.
Apple verschickt Bedrohungsmitteilungen, wenn der Konzern davon ausgeht, dass jemand gezielt mit Söldner-Spyware angegriffen wurde. Solche Angriffe seien nach Angaben des Unternehmens „weitaus komplexer als übliche Cyberkriminalität“. Die Warnungen erscheinen auf dem Sperrbildschirm und in den iPhone-Einstellungen, zusätzlich kommt eine E-Mail.
Laut Apple sind diese Angriffe besonders schwer zu erkennen. Der Konzern betont jedoch, dass die überwiegende Mehrheit der Nutzer niemals ins Visier gerate.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat bestätigt, dass die Mitteilungen seit dem 29. Oktober eingehen. Wie viele Personen betroffen sind, ist noch unklar.
„Dem BSI ist nicht bekannt, ob diese Benachrichtigungen tatsächliche Kompromittierungen bedeuten oder lediglich auf Angriffsversuche hinweisen. Grundsätzlich ist bei Mercenary Spyware davon auszugehen, dass Geräte ohne Zutun der Betroffenen infiziert werden“, heißt es in der offiziellen Mitteilung.
Das BSI hat damit begonnen, die betroffenen Bundestagsabgeordneten zu informieren. Den Empfängern wird empfohlen, vorsorglich davon auszugehen, dass ihre Geräte kompromittiert sein könnten.