Europa vor bahnbrechendem Wandel: Weg von proprietären Technologien hin zu Open-Source-Lösungen


Die Europäische Kommission hat in ihrem Streben nach technologischer Souveränität der EU eine formelle Konsultation gestartet, um ihre Strategie für Open-Source-Technologien zu gestalten. In nur wenigen Tagen seien bereits über 370 Eingaben eingereicht worden. Ein Zeichen dafür, dass das Thema in der gesamten EU einen Nerv trifft.

Die Europäische Kommission bereitet eine neue Strategie vor, um den Open-Source-Sektor der EU zu stärken. Die Initiative trägt den Titel „Towards European Open Digital Ecosystems“.

Es handelt sich noch nicht um einen Gesetzesentwurf, sondern um ein offizielles Dokument, das anderen Zweigen der EU-Regierung eine Reihe von Zielen darlegt und als übergeordneter „Masterplan“ für künftige Finanzierung und Gesetzgebung fungiert.

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Überraschend ist jedoch die ungewöhnlich hohe Zahl an Antworten, die die Konsultation bereits erhalten hat. Sie wurde erst am 6. Januar 2026 eröffnet und hat bereits über 370 Rückmeldungen von Organisationen, Unternehmen und Bürgern erhalten. Diese Zahl übertrifft viele frühere Initiativen, einschließlich solcher, die als hochpolitisch galten.

„Europa muss die Kontrolle über seine Software-Lieferkette zurückgewinnen, um Freiheit, Sicherheit und Innovation zu schützen“, meint ein Befragter aus der Slowakei.

Ähnliche Sichtweisen scheinen unter den Befragten weit verbreitet zu sein.

jurgita justinasv Izabelė Pukėnaitė vilius Ernestas Naprys Gintaras Radauskas
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„Ich bin fest davon überzeugt, dass jede Software, die im öffentlichen Sektor verwendet oder steuerfinanziert wird, Open Source sein sollte, zur Stärkung der digitalen Souveränität der EU“, erklärte ein weiterer Befragter aus Polen.

Cybernews hat bereits berichtet, dass EU-Bürger die Sache selbst in die Hand nehmen sollten, indem sie alternative Dienste wählen und Nutzer dazu ermutigen, proprietäre Plattformen aus den USA durch europäische Alternativen zu ersetzen. Politische Entscheidungsträger der EU ziehen nach.

„Die EU steht im digitalen Bereich vor einem großen Problem bezüglich ihrer Abhängigkeit von Nicht-EU-Ländern. Dies beschränkt die Auswahl für die Nutzer, beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Unternehmen und kann Probleme bei der Sicherheit der Lieferkette aufwerfen, da es schwierig ist, unsere digitalen Infrastrukturen Ref. Ares(2026)476095 - 16/01/2026 2 (sowohl physische als auch Softwarekomponenten) zu kontrollieren, wodurch Schwachstellen – auch in kritischen Sektoren – entstehen können.“, heißt es im Dokument der Europäischen Kommission.

Die Europäische Kommission plant die Mitteilung im ersten Quartal 2026 zu verabschieden. Die Konsultation zielt darauf ab, die Ansichten „ aller Interessenträger einzuholen, insbesondere von der europäischen Open-Source-Gemeinschaft (einschließlich einzelner Beitragender, Open-Source-Unternehmen und -Stiftungen), von öffentlichen Verwaltungen, spezialisierten Wirtschaftssektoren, der IKT-Branche, Hochschulen und Forschungseinrichtungen".

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Rückmeldungen zur EU-Initiative

Was soll die Initiative erreichen?

Im Dokument werden US-Technologiekonzerne nicht direkt erwähnt. Stattdessen geht es darum, die technologische Souveränität Europas zu stärken und digitale Lösungen zu unterstützen, die gängige Alternativen zu proprietären Lösungen darstellen".

Die Initiative ist Teil der EU-Strategie für mehr Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Technologiesektor. Das Dokument nennt fünf zentrale Ziele:

  • Hochwertige und sichere Open-Source-Lösungen aus der EU fördern und ihren Nutzen sichtbar machen.
  • Die Software-Lieferkette sicherer und benutzerfreundlicher machen und die Stabilität der Open-Source-Projekte stärken.
  • Unterstützung von Open-Source-Unternehmen, Stiftungen und öffentlich-privaten Partnerschaften.
  • Erfahrungsaustausch und Unterstützung bei der Einführung von Open-Source-Lösungen. Fokus auf Behörden, zentrale Wirtschaftsbranchen und Großkunden.
  • Unterstützung der Marktintegration, insbesondere bei Legacy-Systemen und politischer Abstimmung.

„Dies ist keine Initiative der Gesetzgebung. Die Strategie wird in Form einer Mitteilung der Kommission veröffentlicht. Sie skizziert einen übergeordneten Ansatz und schlägt Maßnahmen vor, die auf weiteren Verpflichtungen und einem konkreten Umsetzungsprozess basieren“, erklärte die Europäische Kommission.

Die politischen Entscheidungsträger erwarten, dass die Strategie den EU-Mitgliedstaaten dabei hilft, gezielte Schritte zur Unterstützung nationaler Open-Source-Unternehmen und -Communities zu identifizieren.

Die Initiative soll den gesamten Lebenszyklus von Open-Source-Projekten abdecken. Von der Entwicklung über die Wartung und nachhaltige Weiterentwicklung bis hin zur erfolgreichen Markteinführung. Im Mittelpunkt stehen dabei besonders kritische Bereiche wie (KI, Cloud, Edge, Cybersicherheit, Tech sowie industrielle Anwendungen, etwa die Autobranche).


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