Europa investiert 200 Mrd. Euro, um E-Auto-Industrie gegen China zu rüsten


Europa hat fast 200 Milliarden Euro investiert, um sein Ökosystem für Elektrofahrzeuge aufzubauen und damit Chinas Monopolstellung auf dem Markt für EV-Batterien zu brechen. Peking produziert derzeit mehr als 80 Prozent aller weltweit gefertigten Batterien. Europäische Automobilhersteller sind abhängig von chinesischen Lieferketten und anfällig für geopolitischen Druck.

Die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums und die Schweiz planen laut Daten von New Automotive, die am Montag veröffentlicht wurden, Investitionen von knapp 200 Milliarden Euro in ihre Elektrofahrzeugindustrie.

Der Schwerpunkt der Investitionen lag auf der Lieferkette für Batterien, in die bislang 109 Milliarden Euro geflossen sind. Europa versucht damit, dem chinesischen Monopol in der Batterieproduktion etwas entgegenzusetzen.

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China hat im Jahr 2025 mehr als 80 Prozent aller weltweit produzierten Batterien hergestellt, darunter auch jene, die außerhalb des Elektrofahrzeugsektors eingesetzt werden. Das geht aus einer Einschätzung der Internationalen Energieagentur vom Jahresbeginn hervor.

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„Europa produziert inzwischen Batterien für rund jedes dritte im Inland verkaufte E-Auto und die angekündigten Kapazitäten könnten bei vollständiger Nutzung den künftigen Bedarf decken“, so New Automotive.

Rund 60 Milliarden Euro flossen in die Produktion von Elektrofahrzeugen, wobei der Fokus auf der Umrüstung bestehender Automobilwerke sowie dem gezielten Aufbau neuer, rein auf E-Autos ausgerichteter Produktionsstätten lag, wie die Forschungsorganisation mitteilte, die nach eigenen Angaben den Umstieg auf Elektromobilität vorantreiben will.

In den öffentlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur wurden zwischen 23 und 46 Milliarden Euro investiert; europaweit sind inzwischen mehr als eine Million öffentliche Ladepunkte in Betrieb. In die Fertigung dieser Infrastruktur flossen darüber hinaus mehr als 3,5 Milliarden Euro.

„Diese Investitionen sichern mehr als 150.000 Arbeitsplätze und sollten alle angekündigten Projekte tatsächlich realisiert werden, könnten weitere 300.000 Stellen entstehen“, sagte Chris Heron, Generalsekretär der Interessenvertretung E-Mobility Europe, in einer gesonderten Stellungnahme zum Bericht.

Der Bericht von New Automotive zeigt jedoch ein deutliches Gefälle auf nationaler Ebene: Deutschland als größte Automobilnation der Region vereint fast ein Viertel aller Investitionen auf sich.

Volkswagen-Mitarbeiter prüfen ID-Elektroautos in einem deutschen Werk. Focke Strangmann/Getty.
Volkswagen-Mitarbeiter prüfen ID-Elektroautos in einem deutschen Werk. Focke Strangmann/Getty.
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„Das Land verankert sowohl die heimische Produktion als auch die übergreifenden europäischen Wertschöpfungsketten. Führende Fahrzeughersteller vollziehen den Wandel in großem Maßstab, begleitet von bedeutenden internationalen Batterieherstellern“, erklärte New Automotive.

Die Europäische Kommission hatte im Dezember auf Druck der Automobilindustrie einen Plan vorgestellt, das faktische Verbot für Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 aufzuweichen. Es ist der weitreichendste Rückzug der EU von ihrer Klimapolitik der vergangenen Jahre.

Heron zufolge haben Deutschland, Italien sowie Mittel- und Osteuropa den EU-Rahmen für Pkw und Transporter bis 2035 formell abgelehnt, obwohl sich mehr als die Hälfte der erfassten Investitionen in eben diesen Regionen konzentriert.

„Frankreich und Spanien heben sich als weitere bedeutende Nutznießer (der Investitionen) ab“, fügte er hinzu.


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