Hamburg könnte Smart Glasses bald aus öffentlichen Verkehrsmitteln und Schwimmbädern verbannen
Auch in Saunen sollen die Brillen künftig verboten werden.

Image by Christoph Dernbach/Picture Alliance via Getty Images
- Hamburgs Abgeordnete erwägen ein Verbot von Smart Glasses in Bussen und Bahnen, Schwimmbädern und Saunen.
- Befürworter erklären, Menschen bräuchten stärkeren Schutz vor heimlichen Aufnahmen an Orten, an denen sie Privatsphäre erwarten dürften.
- Immer mehr Gerichte, Kneipen, Fitnessstudios und andere öffentliche Orte verbannen Smart Glasses.
- Hamburg fordert bundesweite Regeln, damit Aufnahmen mit Smart Glasses für Umstehende klar erkennbar sind.
Zentrale Fakten von nexos.ai, geprüft von der Cybernews-Redaktion.
Die Hamburgische Bürgerschaft berät über einen Antrag, Smart Glasses an bestimmten öffentlichen Orten zu verbieten.
Kommt der Antrag durch, wäre das Tragen von Smart Glasses in Bussen und Bahnen, Schwimmbädern und Saunen untersagt, berichtet Euractiv.
Die antragstellenden Fraktionen SPD und Grüne argumentieren, öffentliche Räume verdienen besonderen Schutz, da vielen Menschen gar nichts anderes übrig bleibe, als den Nahverkehr zu nutzen.
Hinzu kommt: In Schwimmbädern und Saunen dürfen Menschen Privatsphäre erwarten.
Smart Glasses wie die Ray-Ban von Meta tauchen immer häufiger in Fällen auf, in denen Frauen an öffentlichen Orten heimlich gefilmt werden.
Content-Creator verwenden die Aufnahmen für Videos mit Flirt-Tipps. Die Betroffenen merken oft nichts und erfahren erst davon, wenn die Videos online auftauchen.
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Die Hamburgische Bürgerschaft fordert bundesweite Regeln, um das Problem zu lösen, dass Menschen nicht mitbekommen, wenn sie von Smart Glasses gefilmt werden.
„Wenn jemand mit einer Aufnahme beginnt, muss das für die Umstehenden klar erkennbar sein“, erklärte Hansjörg Schmidt, Sprecher der SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, gegenüber Euractiv in einer Stellungnahme.
Manche Modelle, etwa die Ray-Ban von Meta, haben vorn eine LED, die während der Aufnahme blinkt.
In der Praxis wird die LED oft übersehen und es gibt zahlreiche einfache Mittel, um sie zu verdecken, etwa Aufkleber.
Immer mehr Verbote von Smart Glasses
Die Hamburgische Bürgerschaft beschäftigt sich mit dem Antrag zu einem Zeitpunkt, an dem Smart Glasses in den USA und in Europa aus immer mehr öffentlichen Orten verbannt werden.
In England und Wales werden Smart Glasses künftig in allen Justizgebäuden verboten, im US-Bundesstaat New York sind Wearables mit Aufnahmefunktion bereits an allen Gerichten verboten.
Immer mehr Pubs, Bars und Fitnessstudios in Großbritannien führen Verbote von Smart Glasses ein. Kinos dürften wegen Bedenken hinsichtlich des Urheberrechts bald nachziehen.
Auch die Rufe werden lauter, den Verkauf solcher Geräte an Sexualstraftäter einzuschränken. Offen bleibt jedoch, wie sich ein solches Verbot durchsetzen ließe.
Die norwegische Regierung prüft ebenfalls Regeln für den Einsatz von Smart Glasses. Die neuen Vorgaben könnten auch ein Verbot von Funktionen zur Gesichtserkennung im öffentlichen Raum umfassen.