EU investiert 180 Mio. Euro in europäische Cloud-Firmen für mehr Unabhängigkeit von US-Tech

Vier europäische Unternehmen erhalten in den kommenden sechs Jahren Verträge über insgesamt 180 Millionen Euro, um europäische Cloud-Dienste auszubauen.
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Die EU vergibt Verträge an vier europäische Cloud-Anbieter über sechs Jahre, um die Abhängigkeit von ausländischen Technologiekonzernen zu verringern.
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Brüssel nennt den Wandel in den globalen Beziehungen sowie Risiken für kritische Prozesse als Gründe für den Aufbau eigener Alternativen.
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Anbieter mussten mindestens die SEAL-2-Zertifizierung vorweisen; die meisten erreichten SEAL-3, was bedeutet, dass ihr Betrieb gegen Lieferkettenunterbrechungen durch Nicht-EU-Länder abgesichert ist.
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Die vier Verträge verteilen sich auf Anbieter aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien, um neue Abhängigkeitsrisiken zu vermeiden.
Laut Experten hat sich die EU in zu hohem Maße von einer kleinen Zahl großer, ausländischer Cloud- und IT-Dienstleister abhängig gemacht.
Diese Abhängigkeit birgt in Kombination mit dem raschen Wandel geopolitischer Beziehungen erhebliche Risiken für die Kontinuität kritischer Prozesse in den europäischen Mitgliedstaaten. Ausfälle, Störungen oder Manipulationen solcher Prozesse können zu schwerwiegenden gesellschaftlichen Verwerfungen und möglicherweise irreparablen wirtschaftlichen Schäden führen.
Darüber hinaus gefährdet die Speicherung persönlicher oder sensibler Daten europäischer Bürgerinnen und Bürger auf Servern im Ausland die Privatsphäre von Millionen Menschen in Europa.
Die Europäische Kommission schrieb daher im Oktober 2025 eine Ausschreibung aus, um die digitale Souveränität Europas zu stärken.
Die Exekutive der EU hat vier Verträge vergeben, um Diversifizierung und Resilienz sicherzustellen und eine Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter zu verhindern. Den Zuschlag erhielten eine luxemburgisch-französische Partnerschaft unter Federführung von Post Telecom mit OVHCloud und CleverCloud, das deutsche IT-Unternehmen StackIT, das französische Unternehmen Scaleway sowie eine belgisch-französisch-luxemburgische Partnerschaft unter Führung von Proximus.
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„Durch die erfolgreiche Einführung von Souveränität bei der Cloud-Beschaffung ist die Kommission bei der Förderung der digitalen Souveränität Europas mit gutem Beispiel vorangegangen und hat einen Maßstab für eine sichere, konforme und wertebasierte Cloud-Einführung im gesamten öffentlichen Sektor gesetzt. Der Erfolg der Ausschreibung unterstreicht die hohe Qualität der europäischen Anbieter und zeigt, dass sie in der Lage sind, die strengen Kriterien der Kommission zu erfüllen“, erklärt die Europäische Kommission.
Vor der Vergabe der Verträge prüfte die Europäische Kommission, inwieweit die Unternehmen ein bestimmtes Maß an Souveränität erreicht haben. Um den Grad der Souveränität der Anbieter zu bewerten, entwickelte die Kommission das Cloud Sovereignty Framework.
Das Framework bewertet die Souveränität anhand zahlreicher Kriterien, von technischen und betrieblichen Gesichtspunkten bis hin zu Sicherheitsaspekten und der Einhaltung europäischer Rechtsvorschriften. Dienstleister erhalten dabei einen sogenannten SEAL-Score, kurz für Sovereignty Effectiveness Assurance Level.
Um an der Ausschreibung teilnehmen zu können, mussten die Anbieter mindestens SEAL-2 erreichen. Das bedeutet, sie halten EU-Recht und -Vorschriften ein, ohne dass Kundinnen und Kunden zusätzliche technische Maßnahmen zum Schutz ihrer Daten ergreifen müssen.
Mit Ausnahme von Proximus erreichten alle ausgewählten Anbieter SEAL-3. Dies bedeutet, dass ihr Dienst, ihre Technologie oder ihr Betrieb gegen Lieferkettenunterbrechungen durch Drittparteien außerhalb der EU abgesichert ist.
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