FRITZ!Box-Router integriert kostenlose Blocklisten gegen Werbung und Malware
Werbeblocker auf Router-Ebene werden zum Standard.

Image by Cybernews.
- Neues Update auf FRITZ!OS 8.50 führt DNS-Filterung auf Netzwerkebene für die FRITZ!Box ein.
- Die Funktion blockiert Werbung, Tracker, Malware, Phishing und Botnet-Domains auf allen Geräten im Heimnetz.
- Das Filtern auf Router-Ebene ist einfacher als bisherige DIY-Lösungen, könnte aber die Funktionalität von Websites beeinträchtigen und erfasst nicht jede Werbung.
- Router-basierte Werbeblocker schränken Werbung stärker ein als je zuvor, die durch Adblocker verursachten Verluste wurden 2024 auf 46 Milliarden Euro beziffert.
Werbeblocker auf Router-Ebene waren bisher ein aufwendiges Bastelprojekt für technikbegeisterte Nutzer, jetzt werden sie zum Standard in Verbraucherendgeräten. Die Entwicklung könnte Onlinewerbung stärker beeinträchtigen als jede Browser-Erweiterung.
Die FRITZ!Box integriert DNS-Filter im bevorstehenden FRITZ!OS-8.50-Update direkt in den Router und blockiert damit unerwünschte Inhalte auf Netzwerkebene.
DNS-Filterung auf Router-Ebene erfasst sämtliche Geräte im Heimnetz, einschließlich Smartphones, Smart-TVs, Laptops und selbst Smart-Lampen oder Kühlschränke.
Das neue FRITZ!Box-Update senkt die Schwelle, diese Sicherheitsfunktion zu aktivieren, erheblich. Bislang handelte es sich dabei um eine Nischenlösung, die mit einigem Aufwand verbunden war. Nötig war ein dediziertes Gerät wie ein Pi-hole auf einem Raspberry Pi, eine professionelle Firewall-Software oder ein speziell konfigurierter privater DNS-Service.
Nach dem neuen Firmware-Update kann der Werbeblocker der FRITZ!Box auf Router-Ebene per Schalter aktiviert werden.
„Mit dem neuen DNS-Filter lassen sich unerwünschte Webseiten für alle Geräte im Heimnetz gleichzeitig blockieren“, teilte FRITZ! in einer Pressemitteilung mit.
„Gesperrt werden können Webseiten, auf denen übermäßige Werbung, Tracking oder Schadsoftware bekannt ist – aber auch Phishing-Seiten, Botnets oder andere unerwünschte Inhalte.“
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Der Hersteller versichert, dass Nutzer frei verfügbare Blocklisten verwenden oder auf von der Online-Community gepflegte Listen zurückgreifen können.
Heise.de testete die Betaversion und bestätigte, dass die Einrichtung kaum Aufwand erfordere. Viele Filterlisten seien fertig einsatzbereit und würden regelmäßig aktualisiert.
FRITZ! ist dabei nicht der erste Hersteller, der Router-seitige Inhaltsfilterung anbietet.
Asus führte Werbeblocker auf Router-Ebene als Teil seines Sicherheitspakets „AiProtection“ ein – eine direkt in Asus-Router integrierte Netzwerksicherheitslösung ohne Zusatzabo.
Amazons Eero-Geräte bieten die Funktion hinter einem optionalen Abonnement an, das 116,99 Euro im Jahr oder 10,99 Euro monatlich kostet.
Netgear bietet einen „Unlimited Adblocker & Anti-Tracker“ als Teil des Netgear-Armor-Plus-Tarifs für jährlich 149,99 Euro an.
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Werbeblocker auf Router-Ebene sind nicht komplett frei von Problemen. Teilweise werden komplette Domains und Subdomains gesperrt, was die Nutzung bestimmter Websites erschweren oder gar unmöglich machen kann. Zudem lässt sich Werbung, die über dieselbe Domain wie die Inhalte ausgeliefert wird, nicht wirksam blocken. Das ist beispielsweise auf YouTube der Fall.
Adblocker-Erweiterungen blockieren Werbung präziser, weil sie jede Website nach individuellen Regeln behandeln. Allerdings gibt es keine Erweiterungen für Smart-Home-Geräte und sie schützen nur Anwendungen, die im Browser ausgeführt werden.
Die Inhaltsfilterung am Router deckt dagegen das gesamte Heimnetz ab: Will ein Smart-TV Trackingdaten versenden oder Werbung über gesperrte Domains laden, wird dies blockiert.
DNS-Filter gehen weit über das bloße Blockieren von Werbung hinaus: Sie sperren auch Malware, Phishing-Seiten, Command-and-Control-Server-Servern und zahlreiche weitere Cyberbedrohungen. Dadurch wird das gesamte Netzwerk deutlich sicherer.
Cybernews stellte in früheren Tests bereits fest, wie schwierig es ist, die richtige Balance zwischen Filterintensität und der Nutzbarkeit betroffener Online-Dienste zu finden. Wer Metas Tracking-Skripte zu aggressiv blockiert, verhindert damit unter Umständen, dass Reels oder Facebook-Beiträge überhaupt laden können.
Adblocker kosten die Werbebranche bereits jetzt Milliarden. Das Online-Magazin Funnel schätzt, dass der Werbemarkt allein im Jahr 2024 eine Summe von 46 Milliarden Euro aufgrund von Werbeblockern eingebüßt hat.
Router-seitige Filterung, die Werbung im gesamten Netzwerk unterdrückt, dürfte den Druck auf die Werbebranche künftig noch erheblich verstärken.