Land Bayern kündigt Microsoft-Vertrag zugunsten von Open-Source-Software


Die Verwaltung in Bayern verabschiedet sich von Microsoft-Software und setzt künftig auf einen „souveränen Basisarbeitsplatz“ mit quelloffener Software.

Zentrale Fakten:

Das Bayerische Staatsministerium für Digitales hat offiziell die Kündigung eines geplanten Rahmenvertrags mit dem amerikanischen Technologiekonzern Microsoft bekanntgegeben. Vorgesehen war, dessen Produktivitätssuite flächendeckend in der Landesverwaltung einzuführen.

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Das Regionalmedium Mittelstand in Bayern berichtet, dass die Microsoft-Dienste über einen Zeitraum von fünf Jahren knapp eine Milliarde Euro (rund 1,16 Milliarden US-Dollar) gekostet hätten.

Stattdessen verfolgt Bayern nun einen „souveränen Basisarbeitsplatz“ auf der Grundlage von Open-Source-Komponenten.

Dem Beschluss vorausgegangen war ein monatelanger Machtkampf zwischen dem Finanzministerium unter Leitung von Albert Füracker, der bestehende Verträge bündeln und Rabatte sichern wollte, und Digitalminister Fabian Mehring, der konsequent auf Open Source drängte.

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Mehring erklärt laut Mittelstand in Bayern, der Wechsel zu Open Source sichere die Nutzung von Diensten auch in Krisenzeiten, schütze Bayern vor Preiserhöhungen und ermögliche es, Datensicherheit vorrangig zu behandeln.

Bayerns Bekenntnis zu Open Source harmoniert mit dem europaweiten Trend. Immer mehr Regional- und Bundesbehörden lösen sich von Microsoft und anderen US-Tech-Konzernen.

Im Mai 2026 verpflichtete sich die neue Regierungskoalition in München dazu, Open-Source-Software zum Standard bei der kommunalen Softwarebeschaffung zu machen. Die Folge ist eine schrittweise Verdrängung Microsofts aus der Stadtverwaltung.

Die Bundesregierung hatte im März angekündigt, dass alle Dokumente der öffentlichen Hand künftig ausschließlich in offenen Formaten ausgestellt werden. Proprietäre Formate wie Microsoft Word sind damit ausgeschlossen.

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Bayern folgt mit seinem Schritt auch dem Beispiel Schleswig-Holsteins, wo bereits über 80 Prozent der Landesbehörden-Arbeitsplätze von Microsoft-Software auf Open-Source-Alternativen umgestellt wurden.

Microsoft-Beschilderung an einem Bürogebäude in New York, USA, am Montag, dem 27. April 2026.
Bild: Michael Nagle/Bloomberg via Getty Images

Europas Bemühungen zum Schutz sensibler Daten

Der Wechsel zu Open Source verspricht Kosteneinsparungen, doch der eigentliche Antrieb hinter dem Bruch mit amerikanischen Technologieanbietern sind Bedenken rund um den Datenschutz.

Der US CLOUD Act verpflichtet amerikanische Unternehmen dazu, auf Anfrage von US-Strafverfolgungsbehörden Daten von Bürgerinnen und Bürgern anderer Länder herauszugeben.

Microsoft wurde kürzlich beschuldigt, Daten niederländischer Staatsbediensteter, darunter E-Mails, Protokolle und Einladungen, an das US-Repräsentantenhaus weitergegeben zu haben.

Die betroffenen Beschäftigten sind an der Umsetzung digitaler EU-Regulierungen beteiligt, die von der Regierung Donald Trumps scharf kritisiert werden.

Auch das Szenario eines möglichen „Kill Switch“, bei dem die US-Regierung amerikanische Unternehmen anweisen könnte, Dienste im Ausland abzuschalten, bereitet vielen Europäern Sorgen.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die meisten europäischen Verteidigungsministerien und -behörden auf US-Cloud-Anbieter angewiesen sind und damit einem solchen „Kill Switch“ schutzlos ausgeliefert wären.


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