Schleswig-Holstein spart jährlich Millionen durch Umstieg auf Open Source

Die Landesverwaltung Schleswig-Holstein meldet Erfolge bei ihrer Abkehr von Microsoft-Produkten. Als Teil einer wachsenden europäischen Bewegung setzt das Bundesland konsequent auf Open-Source-Alternativen.
Immer mehr europäische Länder hinterfragen ihre Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen. Während Silicon-Valley-Größen wie Elon Musk der EU angebliche Überregulierung vorwerfen, gehen erste Staaten eigene Wege und ersetzen Lizenzsoftware durch frei verfügbare Lösungen.
Dänemark kündigte Anfang des Jahres an, sein Digitalministerium von Microsoft auf LibreOffice umzustellen. Kürzlich erklärten auch Schweizer Datenschutzbehörden internationale Cloud-Dienste als ungeeignet für die Verarbeitung personenbezogener Daten.
Ein deutsches Bundesland führt diese Bewegung jedoch schon länger an: Schleswig-Holstein. Das nördlichste Bundesland begann seine Open-Source-Reise früh. Jetzt melden die Landesbeamten neue Erfolge.
Laut Dirk Schrödter, Minister für Digitale Transformation des Landes, belegen die Zahlen den finanziellen Nutzen von Open Source in behördlichen Prozessen.
Konkret wechselt das Land von Microsoft zu LibreOffice, einer frei verfügbaren, kostenlosen Office-Suite. Die Open-Source-Software ist das Nachfolgeprojekt von OpenOffice.
Das Landesministerium prognostiziert allein im nächsten Jahr eine Ersparnis von über 15 Millionen Euro bei den Lizenzkosten für Windows, Microsoft Office und andere Tools. Die Einsparungen werden in den Folgejahren voraussichtlich ähnlich hoch ausfallen.
Dabei handelt es sich um Geld, das Schleswig-Holstein bisher jährlich an Microsoft zahlte, erklärte das Ministerium in einer Stellungnahme. Fast 80% der Arbeitsplätze in der Landesregierung haben den Umstieg geschafft, fügte das Ministerium hinzu.
Die verbleibenden 20% nutzen vorerst noch Word oder Excel. Das Ministerium plant 2023 eine einmalige Investition von 9 Millionen Euro, um den Umzug abzuschließen und die Open-Source-Lösungen im Land weiter auszubauen.
Der finanzielle Erfolg Schleswig-Holsteins zeigt, dass digitale Souveränität nicht nur als politisches Symbol dienen, sondern tatsächlich wirtschaftliche Vorteile haben kann.
Datensicherheit ist aber trotzdem das zentrale Thema. Beamte in Deutschland und Dänemark verwiesen in der Vergangenheit auf den US Cloud Act, der amerikanische Unternehmen verpflichtet, US-Behörden Zugriff auf im Ausland gespeicherte Daten zu gewähren. Länderregierungen sehen dies skeptisch, da es fundamental unvereinbar mit dem Souveränitätsprinzip ist.
Dies ist besonders relevant im Hinblick auf die kürzlich veröffentlichte neue nationale Sicherheitsstrategie der Trump-Regierung, die Europa scharf kritisiert und dem Kontinent den kulturellen Niedergang attestiert.
Viele Experten vermuten, dass US-Tech-Bosse ihre Regierung dazu gedrängt haben, Europa weiter unter Druck zu setzen, um die Regulierung ihrer Konzerne zu vermeiden.
Erst letzte Woche forderte Elon Musk die Abschaffung der EU als Reaktion auf eine 140-Millionen-Dollar-Strafe gegen sein Unternehmen. Mehrere hochrangige Konservative schlossen sich der Kritik des Milliardärs an.
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