Schleswig-Holstein verbannt Microsoft-Dienste im Namen digitaler Souveränität


Schleswig-Holstein ist eines der 16 deutschen Bundesländer, das versucht, Microsoft-Tools wie Teams, Word, Excel und Outlook komplett aus den Behörden zu verbannen. Das Land hat kürzlich einen Meilenstein verkündet: 40.000 Postfächer wurden von Microsoft Exchange und Outlook zu Open-Xchange und Thunderbird migriert. Nicht alle scheinen begeistert.

Die Landesverwaltung sagt, der Umstieg bringe das Land seinem Ziel eines digital souveränen IT-Arbeitsplatzes ein großes Stück näher.

„Von der Staatskanzlei und den Ministerien, über die Justiz und Landespolizei, bis zu den weiteren Landesbehörden – unsere rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich gemeinsam auf einen neuen Weg gemacht", sagte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter in einer Stellungnahme.

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„Wir wollen unabhängig werden von großen Tech-Konzernen und die digitale Souveränität sicherstellen. Jetzt können wir auch bei der E-Mail-Kommunikation sagen: Mission erfüllt."

Insgesamt enthielten die 40.000 Postfächer über 100 Millionen E-Mails und Kalendereinträge.

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Der Übergang des Landes zu Open Source erfolgt schrittweise. Letztes Jahr begann die Verwaltung mit der Einführung von LibreOffice als neue Standard-Bürosoftware und ersetzte damit Microsoft Office. Nach der Mail-Migration wird die MS-Office-Suite ebenfalls nach und nach von den Landesrechnern entfernt.

„Weltweit gibt es kaum ein vergleichbares Projekt dieser Größenordnung", sagte Schrödter.

Der Umstieg ist noch nicht abgeschlossen. Schleswig-Holstein plant, Microsoft SharePoint durch die Nextcloud-Software als zentrale Plattform zur Zusammenarbeit zu ersetzen, die bereits in zahlreichen Verwaltungsbereichen eingesetzt wird.

Das Betriebssystem Linux wird als Alternative zu Windows getestet. Das Land setzt auf OpenTalk für Videokonferenzen und plant auch, Telefonsysteme auf eine Open-Source-Lösung umzustellen.

Der Minister hofft, dass die Erfahrungen des Landes anderen helfen werden die ähnliche Wege beschreiten, von der Datenanalyse bis zum Monitoring im Rechenzentrum.

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„All das sind wichtige Bausteine auf dem Weg in die digitale Souveränität Schleswig-Holsteins mit mehr Transparenz und Sicherheit für unsere Verwaltung", sagte Schrödter.

Laut einem Bericht des NDR stößt das Vorhaben des Landes jedoch auf einige Unzufriedenheit, besonders in der Justiz.

Michael Burmeister, Sprecher des Neuen Richterbundes, sagte, die Richtung stimme zwar, aber die Technologie „funktioniert noch nicht einwandfrei, ist nicht so komfortabel wie die alten Microsoft-Produkte und kostet viel Zeit". Diese Zeit könnte stattdessen für die Arbeit genutzt werden.

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Führungskräfte der Justiz beklagten, keine E-Mails öffnen und wichtige Entscheidungen treffen zu können. Auch die Polizeigewerkschaft äußerte Kritik an den anhaltenden Herausforderungen.

Das deutsche Bundesland ist nicht allein beim Abschied von Microsoft-Tools. Auch Dänemark experimentiert mit Open-Source-Alternativen und hat Pläne verkündet, Microsoft schrittweise abzulösen.

Im Juni 2025 begann die Stadt Lyon in Frankreich mit der Nutzung der kollaborativen Plattform Territoire Numérique Ouvert und ersetzte Microsoft-Softwarelösungen durch Open-Source-Alternativen: OnlyOffice, Linux und PostgreSQL-Datenbanken.


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