Euro-Office ist die neue Alternative zu Microsoft Word und Google Docs


Mehrere europäische Unternehmen arbeiten derzeit an einer webbasierten Office-Integration, die Microsoft Office und Google Docs langfristig durch europäische Alternativen ersetzen könnte.

Das Open-Source-Projekt wird von Unternehmen und Initiativen wie IONOS, Nextcloud, EuroStack, OpenProject und Proton unterstützt.

Laut seinem GitHub-Profil ist Euro-Office eine „Online-Office-Komponente für die gemeinsame Echtzeitbearbeitung von Dokumenten“. Unterstützt werden mehrere Formate, darunter DOCX, PPTX, XLSX, PDF, ODT, ODS, ODP und TXT.

Die Entwickler betonen, dass Euro-Office eine Integrationskomponente und keine eigenständige Office-Suite ist, da sie „lediglich die eigentliche Dokumentenbearbeitung übernimmt“.

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Eine Plattform, die Euro-Office einbindet, wie Proton Docs oder OpenProject, muss Speicher, Navigation, Berechtigungen und Freigabelogik bereitstellen.

Mit Euro-Office können Nutzerinnen und Nutzer Dokumente, Tabellen und Präsentationen gemeinsam in Echtzeit bearbeiten. Anschließend lässt sich die Datei direkt in der Ursprungsanwendung speichern oder herunterladen.

Euro-Office basiert auf der Open-Source-Suite OnlyOffice. Lyon, die drittgrößte Stadt Frankreichs, führte die Lösung 2025 im Zuge ihrer Bemühungen ein, Microsoft Office den Rücken zu kehren.

„Angesichts der geopolitischen Entwicklungen des letzten Jahres besteht in Europa ein klarer Bedarf an einer zuverlässigen, vollständig Microsoft-kompatiblen und benutzerfreundlichen Office-Lösung in europäischer Hand“, wird Achim Weiss, CEO von IONOS, von Tech.eu zitiert.

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Angesichts der rapide wachsenden Unstimmigkeiten mit der Trump-Regierung suchen europäische Länder zunehmend nach Alternativen zu amerikanischen Technologien.

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Das deutsche Digitalisierungsministerium hat kürzlich bekanntgegeben, dass alle Dokumente im öffentlichen Sektor künftig ausschließlich in offenen Formaten verwendet werden sollen. In der Praxis bedeutet das den Umstieg von Microsoft Word auf Office-Suiten wie LibreOffice.

Schleswig-Holstein gab schon 2025 bekannt, dass 80 Prozent der Mitarbeiter in der Landesverwaltung von Microsoft-Software auf Open-Source-Alternativen umgestellt worden seien.

Office.eu, das als europäische Alternative zu Produktivitätsplattformen wie Microsoft Office und Google Workspace vermarktet wird, wird seit März 2025 in den Niederlanden entwickelt.

Die Office-Suite ist quelloffen, läuft vollständig auf europäischer Infrastruktur und bietet Dokumentenbearbeitung, kollaboratives Arbeiten sowie sichere Datenspeicherung.

OnlyOffice: Code ohne Zustimmung verwendet

OnlyOffice veröffentlichte am 30. März eine Stellungnahme, in der das Unternehmen erklärt, die Euro-Office-Initiative verstoße gegen die Lizenzbedingungen der Software sowie gegen die Grundsätze des internationalen Urheberrechts.

Konkret heißt es, die Software werde unter der GNU Affero General Public License v3 (AGPL v3) vertrieben, die unter anderem vorschreibe, das OnlyOffice-Branding in abgeleiteten Werken beizubehalten und die ursprüngliche Technologie ordnungsgemäß zu nennen.

„Wir fordern die vollständige und unverzügliche Einhaltung aller geltenden Lizenzbedingungen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die Beibehaltung des OnlyOffice-Brandings, des Logos sowie aller erforderlichen Namensnennnungselemente gemäß unseren Lizenzbedingungen“, heißt es in der Stellungnahme.

Laut GitHub habe das Euro-Office-Projekt die OnlyOffice-Codebasis abgespaltet, also dupliziert, da eine Zusammenarbeit aus mehreren Gründen nicht möglich gewesen sei, darunter mangelnde Transparenz und mutmaßliche Verbindungen nach Russland.

OnlyOffice ist seinerseits der Auffassung, „dass die Arbeit innerhalb eines ordnungsgemäßen rechtlichen und lizenzrechtlichen Rahmens tatsächlich die Grundlage jeder echten Zusammenarbeit“ sei.

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