Schweizer Regierung will Microsoft auf 54 000 Arbeitsplätzen ersetzen


Die Schweiz ist ein weiteres europäisches Land, das nach Wegen sucht, seine Abhängigkeit von Microsoft-Produkten zu verringern – aus Sorge um die Datensicherheit.

Ein Sprecher der Bundeskanzlei erklärte gegenüber lokalen Medien: „Die Bundesverwaltung strebt an, ihre Abhängigkeit von Microsoft schrittweise und langfristig zu reduzieren“, wie Swiss Info berichtet.

Die Entscheidung ist auch deshalb kontrovers, weil die Schweizer Bundesverwaltung entgegen Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit erst kürzlich Microsoft 365 auf über 50 000 Arbeitsplätzen eingeführt hatte. Befürworter von Alternativen wurden seinerzeit als „Bastler“ abgetan.

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Der Wechsel zu Open-Source-Software könnte zudem zur Kostensenkung beitragen. Eine Recherche des SRF ergab, dass Bund und Kantone in den vergangenen zehn Jahren rund 1,4 Milliarden US-Dollar für Microsoft-Lizenzen ausgegeben haben.

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Laut Swiss Info gilt Deutschland als Referenzbeispiel dafür, dass ein Umstieg von Microsoft-Produkten auf Open-Source-Software tatsächlich möglich ist.

Schleswig-Holstein hat Microsoft auf 80 Prozent der Behördenarbeitsplätze bereits durch Open-Source-Alternativen ersetzt und spart damit mehrere Millionen Euro pro Jahr.

Kürzlich hat auch das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) einen Rahmenplan veröffentlicht, demzufolge künftig nur noch offene Formate wie das Open Document Format (ODF) statt Microsoft Word zum Einsatz kommen sollen.

Die französische Regierung kündigte ebenfalls an, Microsofts Windows auf den Rechnern von 2,5 Millionen Staatsbediensteten durch Linux zu ersetzen. Die Entscheidung kam nur wenige Monate, nachdem Behörden angewiesen worden waren, Videotelefonie durch die landeseigene Lösung Visio abzulösen.

Datensicherheit ist für europäische Regierungen und Unternehmen, die auf amerikanische Technologien angewiesen sind, ein zentrales Anliegen.

US-amerikanische Gesetze wie der CLOUD Act von 2018 verpflichten amerikanische Unternehmen dazu, Daten auf Anfrage von US-Strafverfolgungsbehörden herauszugeben, selbst dann wenn diese auf europäischen Servern gespeichert und durch EU-Recht geschützt sind.

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Die verschärften politischen Spannungen unter der Regierung von Donald Trump nähren zusätzlich die Befürchtung, amerikanische Technologien könnten gezielt gegen europäische Interessen eingesetzt werden.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) mit Sitz in Den Haag wechselte von Microsoft zur europäischen Plattform openDesk, nachdem Chefankläger Karim Khan infolge von US-Sanktionen gegen ihn, die im Zusammenhang mit dem Haftbefehl gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu standen, Berichten zufolge keinen Zugriff mehr auf sein E-Mail-Konto hatte.


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