ADVERTISEMENT

VPN-Nutzung im Ländervergleich: Statistiken und Trends

VPN-Verbreitung im Ländervergleich: Studie
Deimantė Karaciejūtė
Nov 17, 2025 10 min read
Zentrale Fakten:

VPN-Verbreitung in den G7-Staaten

  • Deutschland (globale Position – 17). Die Verbreitung stieg von 6,94 % (2020) auf einen Spitzenwert von 21,36 % (2024); 1. Halbjahr 2025: 10,77 %. Downloads erreichten 18,1 Millionen (2024) und 9,1 Millionen (1. Halbjahr 2025) und belegt unter den G7-Staaten die zweithöchste Position, übertroffen nur von Großbritannien.
  • USA (globale Position – 21). Die VPN-Verbreitung erreichte 2022 mit 19,75% ihren Höhepunkt und 2021 mit 14,99% den Tiefpunkt; 2024 lag sie bei 18,36% und im ersten Halbjahr 2025 bei 10,56%. Das Download-Volumen bleibt global das größte mit 63,4 Millionen Installationen 2024 und 36,7 Millionen im 1. Halbjahr 2025.
  • Großbritannien (globale Position – 8). Die Nutzerzahlen stiegen von 21,70% (2022) auf einen Höchstwert von 24,08% (2024) nach einem Tief von 15,80% (2021); 1. Halbjahr 2025 liegt bei 15,38%. Downloads erreichten 16,6 Millionen (2024) und 10,7 Millionen (1. Halbjahr 2025).
  • Kanada (globale Position – 18). Nach einem Rückgang auf 12,24% (2021) stieg die Verbreitung stetig auf 17,18% (2024); 1. Halbjahr 2025 liegt bei 10,76%. Downloads: 6,8 Millionen (2024) und 4,3 Millionen (1. Halbjahr 2025).
  • Frankreich (globale Position – 22). Die Nutzerzahlen wuchsen von 8,16% (2020) auf 16,64% (2024); 1. Halbjahr 2025: 10,55%. Downloads: 11,1 Millionen (2024) und 7,0 Millionen (1. Halbjahr 2025).
  • Italien (globale Position – 73). Die Verbreitung erreichte 2023 mit 7,48% ihren Höhepunkt, sank auf 7,04% (2024) und liegt bei 3,91% (1. Halbjahr 2025). Downloads: 4,2 Millionen (2024) und 2,3 Millionen (1. Halbjahr 2025).
  • Japan (globale Position – 84). Die Verbreitung blieb niedrig mit einem Spitzenwert von 4,63% (2020); sie lag bei 4,32% (2024) und 2,60% (1. Halbjahr 2025). Downloads: 5,3 Millionen (2024) und 3,2 Millionen (1. Halbjahr 2025).
VPN-Nutzung, Deutschland und international, Weltkarte mit Prozentangaben

Top 10 Länder nach VPN-Verbreitung

  1. VAE – 65,78% durchschnittlicher Nutzeranteil von 2020 bis 2025 (83,52% Nutzeranteil 2024)
  2. Katar – 55,43% durchschnittlicher Nutzeranteil von 2020 bis 2025 (63,48% Nutzeranteil 2024)
  3. Singapur – 38,23% durchschnittlicher Nutzeranteil von 2020 bis 2025 (50,26% Nutzeranteil 2024)
  4. Nauru – 35,49% durchschnittlicher Nutzeranteil von 2020 bis 2025 (50,14% Nutzeranteil 2024)
  5. Oman – 31,04% durchschnittlicher Nutzeranteil von 2020 bis 2025 (38,44% Nutzeranteil 2024)
  6. Saudi-Arabien – 28,93% durchschnittlicher Nutzeranteil von 2020 bis 2025 (36,82% Nutzeranteil 2024)
  7. Niederlande – 21,77% durchschnittlicher Nutzeranteil von 2020 bis 2025 (28,52% Nutzeranteil 2024)
  8. Großbritannien – 19,63% durchschnittlicher Nutzeranteil von 2020 bis 2025 (24,08% Nutzeranteil 2024)
  9. Kuwait – 17,88% durchschnittlicher Nutzeranteil von 2020 bis 2025 (20,79% Nutzeranteil 2024)
  10. Luxemburg – 17,30% durchschnittlicher Nutzeranteil von 2020 bis 2025 (21,03% Nutzeranteil 2024)

Die Golfstaaten führen – aber warum?

  • Das regulatorische Umfeld in dieser Region umfasst umfangreiche Internet-Governance mit Inhaltsfilterung und Zugangsbeschränkungen. Staatliche Behörden blockieren digitale Inhalte, die als politisch sensibel, regierungskritisch oder nicht konform mit lokalen soziokulturellen Normen gelten. Häufig gesperrte Kategorien sind unter anderem Glücksspiel, Erwachseneninhalte sowie ausgewählte Politik- und Menschenrechts-Websites. Berichte deuten auch auf den Einsatz fortschrittlicher Technologien zur Überwachung von Online-Kommunikation hin.
  • Ein wichtiger Faktor für die VPN-Nutzung ist die weitverbreitete Sperrung von Voice-over-IP-Diensten (VoIP) wie WhatsApp-Anrufe, Skype und FaceTime. Diese Politik wird oft als Maßnahme zum Schutz staatlicher Telekommunikationsunternehmen analysiert. Sowohl Einheimische als auch die beträchtliche Expat-Bevölkerung nutzen VPNs als technische Lösung für internationale Kommunikation. Zudem werden VPNs eingesetzt, um Geo-Blocking zu umgehen und auf internationale Medien- und Streaming-Inhalte zuzugreifen.
  • Der rechtliche Status von VPNs variiert in der Region und kann für Privatnutzer sehr restriktiv sein. Während VPN-Nutzung für Unternehmen oft erlaubt ist, sind Regelungen für private Nutzung zur Umgehung von Internet-Richtlinien häufig unklar oder verboten. In den VAE drohen beispielsweise hohe Geldstrafen oder Haft für VPN-Nutzung bei illegalen Handlungen nach nationalem Recht. Ähnliche Beschränkungen und Strafen für nicht-konforme VPN-Nutzung gibt es in anderen Ländern wie Oman und Saudi-Arabien.
ADVERTISEMENT

Datenschutz-Prioritäten in Europa und Südostasien

  • In Deutschland ist die überdurchschnittlich hohe VPN-Verbreitung vermutlich primär auf eine ausgeprägte Datenschutzkultur zurückzuführen. Themen wie Vorratsdatenspeicherung, staatliche Überwachungskapazitäten sowie der Wunsch, Tracking durch Konzerne und Werbenetzwerke zu unterbinden, prägen den Diskurs. Neben dem wachsenden gesellschaftlichen Bewusstsein für digitale Selbstbestimmung könnte auch die Reiselust der Deutschen eine Rolle spielen. VPNs ermöglichen es Nutzerinnen und Nutzern nicht nur, ihre digitale Kommunikation zu verschlüsseln und ihre persönlichen Daten zu schützen, sondern auch geo-blockierte Inhalte im Ausland abzurufen.
  • Luxemburg zeigt, wie hohe VPN-Verbreitung mit starken Datenschutzgesetzen korreliert. Dies wird oft einer proaktiven Cybersicherheitskultur zugeschrieben, geprägt durch Luxemburgs Status als internationales Finanzzentrum. Die Standardpraxis von Unternehmen, VPNs für sichere Kommunikation zu nutzen, trägt wahrscheinlich zu höheren Gesamtnutzerzahlen und öffentlichem Bewusstsein bei. Privatnutzer wollen vor allem persönliche Daten vor Cyber-Bedrohungen schützen und online anonym bleiben.
  • In den Niederlanden und Großbritannien hängen hohe VPN-Nutzerzahlen oft mit Gesetzen zu staatlicher Überwachung und Vorratsdatenspeicherung zusammen. In Großbritannien verpflichtet der Investigatory Powers Act von 2016 Internetanbieter zur Speicherung von Nutzerdaten und regelt den staatlichen Zugriff darauf. In den Niederlanden wurde ein nationales Vorratsdatenspeicherungsgesetz gerichtlich gekippt, und die öffentliche Debatte über digitale Überwachung prägt nachhaltig die rechtliche und politische Landschaft. Folglich nutzen Menschen in diesen Ländern VPNs hauptsächlich für mehr Privatsphäre und um Datensammlung durch staatliche Stellen oder kommerzielle Provider zu verhindern. In Großbritannien dürften die Nutzerzahlen durch den Online Safety Act weiter steigen, der privates Surfen erschwert.
  • VPN-Nutzung in Singapur hat vielfältige Gründe. Trotz gewisser staatlicher Internetregulierung scheinen Datenschutz und Sicherheit die Hauptmotive zu sein. Vorratsdatenspeicherungsgesetze und das Bewusstsein für mögliche digitale Überwachung führen dazu, dass Nutzer ihren Internetverkehr verschlüsseln. Zudem ist die Umgehung von Geo-Sperren für internationale Medieninhalte eine häufige VPN-Anwendung im Land.

Der Fall Nauru: Kleines Land, große Zahlen

  • Naurus Regierung hat Richtlinien zur Internetfilterung implementiert. Offizielle Stellungnahmen bestätigen die Sperrung von Websites mit bestimmten Inhalten wie Pornografie, mit Verweis auf Kinderschutz und nationale Werte. Solche Maßnahmen schaffen einen Rahmen für staatliche Kontrolle über zugängliche Online-Inhalte.
  • Die Medienlandschaft in Nauru ist durch erheblichen staatlichen Einfluss geprägt. Berichte zeigen, dass primäre Medien in Staatsbesitz sind, was die redaktionelle Unabhängigkeit beeinträchtigt und Selbstzensur fördern kann. Der Zugang für ausländische Journalisten wurde historisch durch hohe Visagebühren eingeschränkt. Dieses regulatorische Umfeld begrenzt unabhängige in- und ausländische Berichterstattung, was Bürger möglicherweise motiviert, VPNs für breiteren Zugang zu unzensierten Informationsquellen zu nutzen.
  • Neben der Umgehung von Inhaltsbeschränkungen tragen weitere Faktoren zur VPN-Nutzung in Nauru bei. Dazu gehört der Zugriff auf geo-blockierte globale Inhalte und Dienste wie Streaming-Services. Zudem werden VPNs zur Verbesserung von Sicherheit und Privatsphäre der Online-Kommunikation genutzt. Eine gängige Praxis in Umgebungen mit zentralisierter Internetinfrastruktur und bekannter staatlicher Aufsicht.

Jahresübersicht der VPN-Nutzerzahlen

Land202020212022202320242025 (1. Hälfte)
VAE70,02%49,80%63,94%73,48%83,52%53,93%
Katar56,51%47,65%61,82%63,42%63,48%39,69%
Singapur24.35%32.18%48.17%46.96%50.26%27.48%
Nauru8,12%17,73%55,05%48,69%50,14%33,22%
Oman22,24%17,82%37,45%33,54%38,44%36,73%
Saudi Arabien28,14%23,50%31,78%33,59%36,82%19,75%
Niederlande14,18%16,45%28,37%27,46%28,52%15,63%
Großbritannien17,65%15,80%21,70%23,16%24,08%15,38%
Kuwait17,60%16,42%19,42%20,19%20,79%12,83%
Luxemburg12,23%13,17%24,45%21,16%21,03%11,73%
Deutschland (Rang 17) 6,94% 9,10% 15,71% 18,20% 21,36% 10,77%
Jahr202020212022202320242025 (1. Hälfte)
Downloads284,591,457295,722,780487,049,573404,248,986464,021,602282,101,253
Jahr202020212022202320242025 (zum ersten Halbjahr)
VPN-Nutzeranteil (%)6,956,8410,0610,9012,356,89

Fazit: Warum, wo und was bedeutet das?

Methodik und Einschränkungen

  • Bevölkerungsstatistiken für Kosovo stammen von der Kosovo-Statistikbehörde, da auf Worldometers.info kein separater Eintrag existiert. Dies liegt wahrscheinlich an Kosovos umstrittenem internationalem Status seit 2008 und fehlender UN-Vollmitgliedschaft, da Worldometers primär UN- und EU-Daten nutzt. Transparenzhalber: Es ist unklar, ob Kosovos Bevölkerung in Serbiens Zählung enthalten ist. Um unbegründete Anpassungen zu vermeiden, wurden Kosovos Zahlen nicht von Serbiens abgezogen, eine potenzielle Fehlerquote wird anerkannt.
  • Der Datensatz umfasst ausschließlich Download-Statistiken von Google Play Store und Apple App Store. Dies schließt andere wichtige Vertriebskanäle aus, wie Desktop-Software, sidegeloadete Android-APKs und direkte Downloads von Anbieter-Websites.
  • Die primäre Metrik sind Download-Ereignisse, die nicht direkt der Anzahl einzigartiger Nutzer entsprechen. Ein Nutzer kann durch Gerätewechsel, Neuinstallationen oder Updates mehrere Downloads verursachen, was die Schätzungen möglicherweise aufbläht. Die Daten spiegeln somit das Download-Volumen wider, nicht die aktive Nutzerbasis.
  • Geografische Daten basieren auf App-Store-Regionseinstellungen, die nicht dem physischen Standort entsprechen müssen. Dies ist besonders relevant in Regionen mit Internetbeschränkungen (z.B. China, Russland, Iran), wo Nutzer ihre Konten in anderen Ländern registrieren könnten, um Zensur zu umgehen.
  • Die Analyse identifiziert zeitliche und geografische Trends, modelliert aber keine kausalen Faktoren. Während externe Ereignisse wie Politikwechsel, Zensur oder geopolitische Krisen wahrscheinlich mit VPN-Download-Schwankungen korrelieren, wird deren spezifischer Einfluss nicht isoliert oder quantifiziert.
  • Verbreitungsraten werden durch Normalisierung der Downloads gegen die Gesamtbevölkerung abgeleitet. Dies berücksichtigt keine länderspezifischen Variablen wie Internetdurchdringung, Smartphone-Besitz oder demografische Verteilungen. Direkte Vergleiche zwischen Ländern mit unterschiedlichen technologischen Infrastrukturen sollten daher vorsichtig erfolgen.
  • Die Stichprobe beschränkt sich auf 50 vorausgewählte VPN-Anbieter. Dies führt zu potenzieller Selektionsverzerrung, da kleinere, Nischen- oder regionsspezifische Anbieter nicht erfasst werden.
ADVERTISEMENT