Nepal sperrt Facebook, X, YouTube und zahlreiche andere soziale Netzwerke


Die nepalesische Regierung sperrt seit Freitag den Zugang zu über zwei Dutzend Social-Media-Plattformen, darunter Facebook, X, YouTube. Zensurgegner kritisieren die Maßnahmen.

Die Nepal Telecommunications Authority (NTA) veröffentlichte am Donnerstag eine Liste mit 26 Social-Media-Plattformen, die für die 29,6 Millionen Bürger des Landes und seine zahlreichen Besucher zukünftig nicht mehr zugänglich sein sollen.

Behördenvertreter erklären, die Sperre beruht auf einer Entscheidung des Kabinetts vom 25. August. Demnach wären alle Social-Media-Plattformen zur Registrierung bis vergangenen Mittwoch verpflichtet, berichtet The Kathmandu Post, die führende englischsprachige Tageszeitung des Landes.

ADVERTISEMENT

Social-Media-Plattformen, die die Registrierungsfrist vom 3. September verpasst haben, werden abgeschaltet, so die Direktive.

„Wir haben beschlossen, alle nicht registrierten Plattformen in Nepal ab heute schrittweise zu schließen", verkündete Nepals Minister für Kommunikation und Informationstechnologie, Prithvi Subba Gurung am Freitag.

Die Entscheidung basiert laut den Ankündigungen auf einem Beschluss von 2023, wonach „jede Einrichtung, die einen Social-Media-Dienst in Nepal betreiben möchte, sich formell beim Ministerium registrieren und entsprechende Unterlagen einreichen muss".

Etwa zwei Dutzend beliebte Social-Media-Seiten stehen auf der Sperrliste, darunter Facebook und Messenger, Instagram, YouTube, WhatsApp, X, LinkedIn, Snapchat, Reddit, Discord, Pinterest, Signal, Threads, WeChat, Quora, Tumblr, Clubhouse, Mastodon, Rumble, VK, Line, IMO, Zalo, Soul und Hamro Patro.

Die Ankündigung bringt Zensurgegner auf die Barrikaden, ebenso kleine Unternehmen, die für Marketing und Produktverkäufe auf die sozialen Medien angewiesen sind.

Social-Media-Nutzung, hauptsächlich über Facebook und YouTube, macht etwa 80 Prozent des Internet-Traffics des Landes aus, so The Post.

ADVERTISEMENT

„Das ist ein harter Einschnitt. Die Abschaltung von Social Media wird soziale, wirtschaftliche, kulturelle und verfassungsmäßige Rechte beeinträchtigen", so Santosh Sigdel, Geschäftsführer von Digital Rights Nepal.

Ernestas Naprys justinasv jurgita Izabelė Pukėnaitė
Lies unsere neusten Artikel bei Google News

Als Antwort auf die Proteste erklären nepalesische Beamte, die Regierung habe die betroffenen Unternehmen wiederholt um die Einhaltung der geltenden Vorschriften gebeten.

„Wir haben versucht, über diplomatische Kanäle Gespräche zu führen, aber die Unternehmen haben sich geweigert", sagte der Informationsminister.

Unterdessen bestätigten Beamte gegenüber The Post, dass Vertreter von Meta, dem Mutterkonzern von Facebook, Instagram, WhatsApp, Threads und Messenger, sich inzwischen an das Kommunikationsministerium gewandt und erklärt haben, an der Einhaltung der Direktive zu arbeiten.

Mehrere Plattformen wie TikTok und Viper, die sich bereits bei der Regierung registriert haben, werden nicht abgeschaltet. Telegram war bereits im Juli 2024 von der nepalesischen Regierung wegen Betrugs- und Geldwäschevorwürfen gesperrt worden.

Viper und der Google Play Store wurden seit der Ankündigung von Nutzern überrannt, berichtete das Medienunternehmen.