Cookie-Banner vor dem Aus? EU erwägt umfassende Änderungen

Verbraucher werden den Plan der Europäischen Kommission zur Abschaffung der Cookie-Pop-ups begrüßen. Datenschutzaktivisten befürchten jedoch, es sei ein Geschenk an die Betreiber der Überwachungsökonomie.
Inzwischen haben sich europäische Internetnutzer an Pop-up-Banner gewöhnt, die um Cookie-Zustimmung bitten. Diese erlauben Website-Betreibern, Informationen über Besucher zu sammeln und mit Werbetreibenden zu teilen.
Cookie-Banner sind seit 2009 allgegenwärtig, als die Datenschutzrichtlinie überarbeitet wurde. Websites sind seither verpflichtet, die explizite Zustimmung ihrer Nutzer einzuholen, bevor Cookies auf ihre Geräte geladen werden. Nutzer klicken seitdem massenhaft auf „Ja".
Laut Politico will die Europäische Kommission den Prozess zukünftig vereinfachen. Letzte Woche trafen sich EU-Vertreter mit der Tech-Industrie, um über Cookies und Zustimmungsbanner zu verhandeln.
Eine Mitteilung, die Politico vorliegt, zeigt, dass die Kommission plant, die Regeln anzupassen. Es soll mehr Ausnahmen geben und Nutzer sollen ihre Cookie-Präferenzen einmalig festlegen können, statt bei jedem Website-Besuch. Manche Nutzer besuchen hunderte Seiten pro Tag.
Bereits im Mai hatte Dänemark, das derzeit die Treffen im EU-Rat leitet, vorgeschlagen, dass Zustimmungsbanner oder Cookies, die Daten für technische Zwecke oder Statistiken sammeln, abzuschaffen.
Laut Kopenhagen seien diese harmlos, im Gegensatz zu Cookies für Marketing, Werbung oder Datenweitergabe an Dritte.
Datenschutzaktivisten sehen Probleme mit dem neuen Vorstoß zur Lockerung der Cookie-Regeln. Vor allem, weil die Vorschläge der Kommission scheinbar alle Arten von Cookies abdecken würden.
Studien zeigen seit langem, dass das System, das Verbraucherrechte schützen soll, von Webseitenbetreibern manipuliert wird. Eine Studie fand 2019 heraus, dass Cookies häufig in einer Weise gesammelt werden, die nicht mit den EU-Datenschutzgesetzen konform ist.
Die Abschaffung oder übermäßige Vereinfachung des Prozesses würde Verbrauchern mehr schaden und ihre Daten gefährden, sagt die Datenschutz-Community. Aktivisten sind besorgt über Cookies für personalisierte Werbung.
Studien zeigen seit langem, dass das System, das Verbraucherrechte schützen soll, von Webseitenbetreibern manipuliert wird.
„Sich auf Cookies zu fokussieren ist, wie eine Neuordnung der Liegestühle auf der Titanic. Das Schiff ist die Überwachungswerbung", sagte Itxaso Domínguez de Olazábal, politische Beraterin bei European Digital Rights, gegenüber Politico.
Die Industrielobby spricht lieber über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Tech-Branche. Ihr Vorschlag: Cookie-Regulierung in die DSGVO verlagern, und Unternehmen dadurch erlauben, ihre Datenschutzvorkehrungen an das Risiko der Datenverarbeitung anzupassen.
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