Polizei zerschlägt Geldautomaten-Sprengerbande in Österreich, Deutschland und Holland


Eine Serie von Automatensprengungen in Österreich zu Beginn des Jahres löste eine länderübergreifende Fahndung mithilfe der Behörden Deutschland, Holland und Europol aus. Vergangene Woche klickten die Handschellen bei vier mutmaßlichen Tätern.

Die Ermittlungen hatten ergeben, dass zwei Personen Geldautomaten mit Sprengstoff gesprengt zu haben sollen. Zwei weitere Täter sollen haben sie dabei unterstützt haben.

Laut Europol wurden die Geldautomaten-Angriffe von einer gut organisierten Gruppe verübt. Vor den Sprengungen suchten die Täter gezielt nach Geldautomaten, die gesprengt werden konnten. Dabei wählten sie Standorte mit geringen Sicherheitsmaßnahmen und günstigen Fluchtwegen.

ADVERTISEMENT

In der Nacht manipulierten die Täter die Geldautomaten mit festen Sprengsätzen, sogenannten Blitzknallsätzen aus dem Bereich der Pyrotechnik. Anschließend entwendeten die Täter das Geld und flohen mit schnellen Fahrzeugen vom Tatort.

Am 19. August durchsuchten Polizeikräfte aus Österreich, Deutschland und den Niederlanden zeitgleich zwölf Objekte in allen drei Ländern. Dabei kam es zu vier Festnahmen. In Österreich wurden zwei Autos, Sprengsätze, Mobiltelefone und weitere Beweismittel sichergestellt.

In Deutschland stellten die Ermittler mehrere Mobiltelefone und zusätzliche Beweise sicher. In den Niederlanden konfiszierten die Behörden zwei Fahrzeuge, Munition, 16.500 Euro Bargeld, GPS-Tracker sowie weitere Beweismaterialien.

In den vergangenen Jahren nehmen Geldautomaten-Sprengungen und vergleichbare Straftaten in ganz Europa weiter zu.

Zerstörter Geldautomat mit Europa-Flagge
Bild: Cybernews.

So zerschlugen die Ermittler in Rumänien und Großbritannien erst im vergangenen Monat ein kriminelles Netzwerk, das in Geldautomaten-Betrug verwickelt war. Die Täter nutzten die als Transaction Reversal Fraud (TRF) bekannte Methode.

Die Täter entfernten dabei den Bildschirm eines Geldautomaten und führten anschließend eine Bankkarte ein, um eine Auszahlung zu veranlassen. Noch bevor das Geld ausgegeben wurde, brachen sie den Vorgang ab. Dadurch konnten sie in den Automaten greifen und Bargeld entnehmen, bevor es wieder eingezogen wurde. Mit dieser Technik erbeuteten die Kriminellen rund 580.000 Euro.

vilius jurgita Paulina Okunyte Ernestas Naprys
Bleib auf dem Laufenden mit Google News
ADVERTISEMENT

Um es Kriminellen schwerer zu machen, Geld aus Automaten zu stehlen, empfiehlt Europol unter anderem, den Zugang zu Innenräumen von Banken nachts zu beschränken. Zudem sollen verbesserte Einbruchsschutz-Technologien, Klebe- oder Farbkartuschen in den Geldkassetten, stärkere mechanische Sicherungen sowie geringere Bargeldbestände in den Automaten eingesetzt werden.